Yoga und das Nichtverletzen

Yoga und das Nichtverletzen

Ich bin Yogi und esse Fleisch! Jetzt ist es raus. Ich habe mich so eben gefleisch-outet, wenn man dies so sagen kann. Raus, aus, das wars mit meinen Lesern meines Yogablogs. Spaß beiseite. Aber ich finde es schon schlimm, dass man hier von „outen“ spricht. Egal wo man vom Yoga liest, ernähren sich alle anscheinend vegetarisch oder vegan. Eine Fassade, die man als Yogi aufrecht erhalten muss? Ist man nur ein Yogi wenn man sich an alle Regeln der Yogalehre hält? Das wage ich zu bezweifeln! Ich bin total vegan, was meine Kosmetik betrifft aber das wars dann auch schon.

Die Yogalehre Ahimsa

In der Yogalehre werden bestimmte Prinzipien und Werte vermittelt, nachdem der Yogi leben kann, darf oder sollte. Grundsätzliche Regeln für soziales Verhalten, was immer dies alles einschließt. Diese Regeln nennt man auch Yamas, Regeln im Umgang mit der Umwelt. Es gibt fünf verschiedene Regeln:

  • Ahimsa – Nichtverletzen
  • Satya – Wahrhaftigkeit
  • Asteya – Nichtstehlen
  • Brahmacharya – Enthaltsamkeit
  • Aparigraha – Nichtannehmen von Geschenken

Nichtverletzen durch Vegetarismus

Die erste dieser Regeln ist Ahimsa – das Nichtverletzen. Darunter fällt natürlich auch das Nicht-Töten von Tieren. Nach dieser Regeln würde es somit bedeuten, dass alle Yogis, die Fleischessen, keine richtigen Yogis sind, da Sie eine der Yogaregeln nicht erfüllen. Klar verbietet die Yogalehre, die Gewalt an Mensch, Tier und unserer Umwelt. Aber sagt die Yogalehre nicht auch, das man alles so hinnehmen soll wie es ist. Das man niemand zu etwas zwingen soll. Das man Dinge so akzeptiert wie sie sind, und in diesem Falle auch die yogischen Fleischesser?

Fleischkonsum nimmt überhand

Ich bin auch der Meinung, das der extreme Fleischkonsum, wie er in unserer Gesellschaft stattfindet, nicht richtig ist. Ein zuviel von allem ist immer schädlich und so auch der extrem hohe Fleischverzehr, der hier bei uns in Deutschland stattfindet. Bei vielen steht jeden Tag Fleisch auf dem Speiseplan. Dazu werden dann die billigsten und antibiotikaverseuchten sechs Stück Fleischlappen, schön in Plastik eingeschweißt, aus dem Supermarkt für 1,99 Euro gekauft. Das muss man sich mal vor Augen führen. Wie kommt so ein Preis zu Stande? Für den Preis bekommt man auch Hunde und Katzenfutter. Ich bin auch immer dafür, den Fleischkonsum auf das Nötigste zu reduzieren und sich bei Bedarf ein gutes, qualitativ hochwertiges Stück Fleisch aus der nähren Umgebung vom heimschen Metzger zu holen. Ohne dass dieses Fleisch um den halben Kontinent geflogen ist.

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Superfoods wirklich so super?

Denn nicht nur Fleisch wird zu uns in die Kühlregale um den halben Planeten geflogen auch unsere Superfoods. Superfoods wie die Akaibeere, Chiasamen oder die Avocado. Alle Vegetarier und Veganer schwören auf die Superfood Avocado. Sie schmeckt nicht besonders aufdringlich, ist gut zu vertragen, kann problemlos als Fleischersatz eingesetzt werden, geschnitten oder gelöffelt und schmeckt dazu noch nussig und leicht süß. Warm oder kalt – Einfach ein Superfood! Durch den Verzehr dieser Superfoods kann man sich an das Gesetz der Gewaltlosigkeit halten. Es werden keine Tiere für den Verzehr getötet. Aber stimmt das wirklich so, dass es so gewaltfrei ist? Ich denke eher nicht.

Die Umwelt durch Vegetarismus schützen?

Superfood gilt als super Frucht für uns Menschen aber was ist mit der Umwelt? Die Avocados, die zig Kilometer auf dem Tacho haben, nur um bei uns im Supermarkt angeboten zu werden. Klar werden beim Verzehr dieser Frucht keine Tiere getötet und der Vegetarier und Veganer brauchen kein schlechtes Gewissen zu haben, dass kein Tier umgekommen ist. Total gewaltfreier Verzehr. Ahimsa lässt grüßen. Die Yogalehre hat diese Regeln im verantwortungsvollen Umgang mit unserer Umwelt aufgestellt und dazu gehören nicht nur die Tiere, die geschützt werden sollen sondern eben auch die Menschen und die Natur.

Avocados höchst fragwürdig

Ich habe einen sehr interessanten Artikel von der ZEIT-Autorin Elisabeth Raether (link zum Text unten) gelesen und musste darauf hin diesen Artikel schreiben. Sie schreibt, dass die Avocados ökologisch höchst fragwürdig sind. Reich an Vitaminen und Nährstoffen sind sie, klar und so gewaltfrei! Aber was sie der Natur antuen, ist meiner Meinung nach ebenso wie der Konsum von Fleisch leider nicht gewaltfrei. Aber wie kann eine Frucht ein Superfood sein, wenn sie die Umwelt in so gewaltmäßigen Maße schadet? Hier die groben Fakten zu der Avocado.

  • Für 2,5 Avocados benötigt man 1000 Liter was! Umweltschonend? Eher nicht!
  • Avocado aus Südafrika: erst 1000 Kilometer mit dem LKW zum Hafen
  • Danach 26 Tage mit dem Schiff Übersee! Frisch ist das in meinen Augen nicht!
  • Gelagert wird die Frucht bei 6 Grad, dauerstrombetrieben! Temperatur, Luftfeuchtigkeit und die CO₂-Konzentration werden kontrolliert. Energiefresser hoch 10!
  • Eingewickelt in Verpackungsmaterial welches die Ökobilanz zusätzlich verschlechtert.
  • Rodung von ganzen Waldflächen, nur damit Platz für die Avocadoplantagen geschaffen werden um den enorm hohen Konsum weltweit stillen zu können.
  • In diese Frucht wird viel zu viel Energie gesteckt, die der Planet an Ressourcen gar nicht zur Verfügung hat.

Ich denke, wir müssen umdenken und versuchen, nicht nur uns als Mensch in den Mittelpunkt zu stellen, der sich gesund ernähren möchte, sondern auch das große Ganze in Betracht ziehen. Wir leben mit und von der Natur. Alles in Maßen und in Balance. Wie siehst du dieses Thema?

Namaste
Yogablog Ganzwunderbar

 

 

 

 

(Hier gehts zum Artikel. Quelle: ZEIT: Superfood: Das Märchen von der guten Avocado)

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[…] dem achtgliedrigen Pfad des Asthanga-Yogas die fünf Yamas, die – grob übersetzt – so viel wie Gewaltlosigkeit, Wahrhaftigkeit, Respekt vor Sexualität, Wahrung des Eigentums Anderer und Ausgleich bedeuten. Die […]

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[…] und all die Dinge die da so kommen. Annahme, wenn es uns gut tut und Loslassen, wenn es uns leider verletzt. Wobei das Loslassen meiner Meinung nach für viele schwieriger ist. Das ganze Leben ist ein […]

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[…] einer gewissen Yogapraxis sollte man diese Annahme und Erfahrungen aus den Yogastunden auf seinen Alltag projezieren bzw. […]

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