Written by 10:00 Achtsamkeit, ganzwunderbar, Gesundheit

Beckenbodentraining – Alles was du wissen musst

Beckenbodentraining

Anzeige (aufgrund von Namensnennung) / Interview mit Franziska Liesner von www.physio-stabilemitte.de / Praxis für Physiotherapie, Pilates und Naturheilkunde in Hamburg / Photo by Alex Shaw on Unsplash

Onlineprogramm zum Thema Beckenbodentraining

1. Hallo liebe Franziska. Vielen Dank für das Interview. Stelle dich doch bitte einmal vor.

Ich bin Franziska Liesner, Physiotherapeutin, Heilpraktikerin und Pilates-Lehrerin. Ich habe mich vor 25 Jahren auf die Beckenbodentherapie spezialisiert und 2016 schließlich die Praxis Stabile Mitte in Hamburg gegründet, eine Praxis, in der wir uns mit 9 Kolleginnen um Frauen, Männer und Kinder kümmern, die Probleme rund um den Beckenboden haben. Da gehört die Versorgung der Rektusdiastase dazu. Gleichzeitig bin ich Gründerin von www.stabile-mitte.de und www.total-mann.de: Dort bieten wir Onlineprogramme für Frau und Mann an zum Thema Beckenboden, Bauch und Rückbildung.

Beckenbodentraining ist oft belastend für Patienten

2. Wie bist du damals zu dem Thema Beckenbodentraining gekommen?

Ich sollte in meinem praktischen Jahr in einem Münchner Krankenhaus Rückbildungskurse geben und hatte davon überhaupt keine Ahnung. Um das zu lernen, durfte ich bei einer Physiotherapeutin hospitieren, die damals die Pionierin im Bereich „Beckenboden“ war: Renate Tanzberger. Mich begann das Thema zu faszinieren: Damals noch mehr Tabu als jetzt, sehr intim, sehr belastend für die Patienten. Und ich merkte schnell, dass man als Therapeutin unwahrscheinlich viel bei hochmotivierten Patienten erreichen kann. Als ich dann später selber Kinder bekam, habe ich begonnen, im In-und Ausland alle möglichen Fortbildungen zu machen, um einfach besser zu werden und den Patientinnen mehr helfen zu können.

Beckenbodentraining für Frauen

3. Für wen genau ist das Beckenbodentraining geeignet? Eher für Männer oder eher für Frauen?

In erster Linie für Frauen. Wir haben im Beckenboden einfach eine Öffnung (und damit eine Schwachstelle) mehr und sind durch hormonelle Schwankungen gefährdet, dass sich unsere Muskelzellen dort abbauen. Das gilt besonders in der Schwangerschaft und in den Wechseljahren. Männer brauchen hauptsächlich nach Operationen (Prostata und Enddarm) ein Beckenbodentraining.

Beckenbodentraining für die unterschiedlichsten Symptome

4. Ab wann muss ich ein Beckenbodentraining beginnen? Gibt es da bestimmte körperliche Einsschränkungen?

Mit dem Training beginnen muss man spätestens bei den ersten Symptomen. Zum Beispiel immer (!) wenn es tröpfelt. Das gilt schon für die Schwangerschaft. Wenn die Blase da mal undicht ist, ist das bereits das erste Zeichen einer Beckenbodenschwäche und hat nichts mit dem kindlichen Köpfchen zu tun. Aber auch bei Druckgefühl nach unten, immer wiederkehrenden Rückenschmerzen, Schmerzen und Gefühllosigkeit in der Sexualität sollte ein Beckenbodentraining beginnen.

Online Kurs für Beckenbodentraining

5. Ich habe auf deiner Seite www.stabile-mitte.de gesehen, dass du ein Online Beckenbodentraining anbietest. Übernimmt hier die Krankenkasse die Kosten?

Für mein Männerprogramm habe ich die Zulassung beantragt, das ist aber ein unglaublich bürokratischer Prozess. Ich habe extra eine Woche freigenommen, um unter anderem “Krankenkassen-konforme” Stundenpläne zu schreiben und quäle mich nun seit 2 Monaten mit immer wieder neuen Ablehnungen seitens der Prüfstelle. So viel zum Thema Digitalisierung des Gesundheitswesens in Deutschland…So viel Zeit muss man erst einmal haben:)

Dauer des Beckenbodentraining

6. Wie lange brauche ich, um einen starken Beckenboden zu trainieren?
Mindestens 12 Wochen und je nach Beschwerdebild bis zu 7 x die Woche 10-30 Minuten

Postpartale Frauenmedizin und das Beckenbodentraining

7. Nun kommen wir schon zur letzten Frage. Wenn du drei Wünsche frei hättest. Wie würden diese aussehen?

Ich nenne hier mal meine beruflichen Wünsche:)

1.) Ich würde die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung im Bereich „Beckenboden“ verbessern wollen. Das geht los mit Aufklärung im Kindesalter, dass man zum Beispiel nicht pressen soll und Mädchen nicht unnötig schwer heben sollen.

2.) Und dann möchte ich, dass  Frauen besser aufgeklärt werden, was bei einer Geburt passieren kann. Und zwar mit ihnen persönlich. Ich finde, dass die Aufklärung der Frau in Deutschland in dieser Hinsicht wirklich dringend verbessert werden muss. Frauen sollten ihre persönlichen Risikofaktoren für einen möglichen Beckenboden-Schaden kennen und gut beraten werden. Mit diesem Wissen können sie sich dann für eine natürliche Geburt oder für einen Kaiserschnitt entscheiden. Das ist für alle Fachkreise ein heikles Thema, aber dringend reformierungsbedürftig.

3.) Ich wünsche mir einen Lehrstuhl an der Uni: Postpartale Frauenmedizin (also Medizin für Frauen nach der Geburt).

Vielen lieben Dank, liebe Franziska, für das informative Interview. Ich wünsche dir weiterhin ganz viel Erfolg.
Namaste

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