Written by 17:50 Achtsamkeit, Buchvorstellung, ganzwunderbar, Yoga

Das neue Buch Couch Karma von Walter Rehm – Interview

Ein Gespräch mit Walter Rehm, Autor des Ratgebers Couch Karma.
Buchcover Couch Karma
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Jedes Loslassen gibt dir ein Stück Kontrolle zurück.“

Vorstellung von Couch Karma

Walter, du hast das Buch Couch Karma gerade veröffentlicht. Wie bist du auf den Titel gekommen?

Ich kam darauf, weil wir ja wirklich die komischsten Dinge auf der Couch machen. Wir sitzen und liegen auf ihr, wir rollen uns ein und strecken uns auf ihr aus. Dösen, kuscheln und schlafen auf ihr. Wir essen und trinken auf ihr, hören Musik und lesen. Und dabei steht nichts von alldem in ihrer Bedienungsanleitung. Auf der Couch ist nichts vorherbestimmt. Das wollte ich ausdrücken: Wie schön wäre es, wenn wir die Gestaltung unseres Wohlbefindens so in die Hand nehmen, wie wir unsere Zeit auf der Couch verbringen!

Wie ich aufhört auf das Glück zu warten, und stattdessen langsam aber stetig meinem persönlichen Wohlbefinden entgegen strawanzte.

Walter Rehm

Buch Couch Karma und Wohlbefinden

Du hast es schon gesagt. Es geht in deinem Ratgeber oder Buch Couch Karma um Wohlbefinden?

Ja, und am liebsten würde ich gar nicht „Ratgeber“ dazu sagen. Couch Karma ist eine Sammlung der Erlebnisse, die ich bei meiner Reise auf der Suche nach dem Wohlbefinden machen durfte.

Hast du wirklich drei Jahre damit verbracht, deine Lippenpflegestiftsucht zu überwinden?

Ja. Das war so schwer, wie das Wort auszusprechen ist. Über viele meiner Geschichten kann man ganz wunderbar schmunzeln. Ich bin überzeugt davon, dass es uns hilft, mit unseren eigenen kleinen Schwächen umzugehen, wenn wir andere bei ihrem Strecken und Mühen beobachten dürfen.

Du schreibst auch viel über Gewohnheiten.

Gewohnheiten ersparen uns, dass wir uns den Kopf zerbrechen über immer gleiche Entscheidungen. Mit nichts lassen sich Dinge ökonomischer erledigen. Aber manchmal sind Gewohnheiten auch so festgefahren, dass sie uns daran hindern, etwas neues zu entdecken. Sie wehren sich. Auch gegen neue Gewohnheiten, die unserer aktuellen Lebensphase besser entsprechen würden.

Du hast dich von einer ganzen Menge schlechter Gewohnheiten verabschiedet.

Mit dem Rauchen habe ich ja schon vor vielen Jahren aufgehört. Aber dann kamen auch Cremes, Kopfkissen, Schlagzeilen, Neugier, Neid, schlechte Gedanken und vieles mehr auf den Prüfstand.

Das steht jetzt nicht alles im Ruf, böse zu sein.

Ich weiß. Aber alles, womit ich aufgehört habe, war zuvor eine Einschränkung. Oder eine Abhängigkeit. Oft geht es auch um Vertrauen.

Du vertraust lieber dir selbst, statt der Stuhllehne?

Was haben eine Stuhllehne und eine Schale Chips gemeinsam? Wir sind es gewohnt, beides in Anspruch zu nehmen, weil sie da sind. Ich frage mich davor nicht: Habe ich Lust auf Chips? Muss ich mich gerade anlehnen? Doch dann ist die Lehne hinter mir und ich lehne mich ganz automatisch an. Aber wie oft mache ich dafür meinen Rücken krumm?

Wir beugen uns dem Diktat unserer Sitzgelegenheiten, statt unseren Rücken zu trainieren. Wenn wir erst einmal unsere Aufmerksamkeit darauf gelenkt haben, kommen wir ganz prima ohne Anlehnen aus. Und freuen uns umso mehr, wenn wir es dann mal bewusst tun – wenn es passt.

Heftpflaster magst du auch nicht so gern?

Das ist jedenfalls schneller auf der Wunde, also die Ursache dafür ins Bewusstsein gelangt. Die Menschen wissen manchmal gar nicht mehr, warum sie ein Pflaster auf dem Finger haben. Aber wenn du dich mit dem Messer schneidest, dann hat das meistens einen Grund.

KWS?

Kopf Woanders Syndrom. Genau. Du schälst die Kartoffel, aber mit deiner Aufmerksamkeit, mit deinen Gedanken, bist du beim Streit mit einer Freundin oder bei der schlechten Mathe-Note von deinem Kind. Kein Wunder, dass sich da das Messer über deinen Finger hermacht, statt über die Kartoffel, oder?

Aber du kannst die Kartoffel tatsächlich auch mit dem Kopf schälen! Mit dem Pflaster vertuschst du deine Unaufmerksamkeit vor dir selbst. Wenn du deinen verletzten Finger ein oder zwei Tage von seinem Teufelsritt durch den Alltag abhältst, dann erinnert dich das immer wieder daran, mit deinen Gedanken da zu sein und da zu bleiben, wo du mit den Händen und Füßen gerade bist. Hier und jetzt!

Außerdem siehst du, wie dein Körper heil wird. Das macht er von ganz alleine. Ohne Pflaster und ohne Creme. Du kannst in vielen solchen Alltagssituationen Vertrauen in dich selbst aufbauen. Was dich von deinem Wohlbefinden ablenkt, ist kein Hilfsmittel. Du kannst es aus deinem Leben entfernen. Jedes Loslassen befreit und gibt dir ein Stück Kontrolle zurück.

Couch Karma: Wie ich aufhörte, auf das Glück zu warten, und stattdessen langsam, aber stetig meinem persönlichen Wohlbefinden entgegen strawanzte
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(Stand von: 25. July 2024 10:35 - Details
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Aufhören und Loslassen lernen

Aufhören und Loslassen sind aber nur ein kleiner Teil deiner Suche nach dem Wohlbefinden, oder?

Ja, ich versuche, Momente zu pflücken, Wege anders zu benutzen, alles gerne zu tun oder gar nicht. Ich versuche, alles immer wieder mit neuer Begeisterung zu tun, wie beim ersten Mal. Kleinigkeiten im Alltag mit einem anderen Blick zu betrachten. Bei mir zu bleiben. Auch wieder Kopf-Woanders-Syndrom: Jedes Mal, wenn ich warte, am Steuer eines Wagens, vor dem Computermonitor, am Telefon, bin ich in Gedanken woanders.

Wenn ich dem Bus hinterher laufe, bin ich mit dem Kopf schon da. Aber leider nur mit dem Kopf. Warten passiert immer im Kopf. Wenn ich in Gedanken nicht bei der Sache und nicht an dem Ort bin, an dem mein Körper gerade ist, bringe ich nur Zeit hinter mich. Beim Apfelschneiden wie bei der Zahnreinigung. Ich riskiere ein Unglück, bin frustriert, oder gelangweilt.

Und was hat das alles mit Yoga zu tun? Du schreibst, du hast noch nie eine Yoga-Stunde besucht.

Ja, ich wusste sogar lange Zeit nicht, dass das, was ich machte, Yoga war. Yoga bedient perfekt mein Bedürfnis nach gleichzeitiger Anspannung und Entspannung. Mein Streben danach, Grenzen zu entdecken und zu verschieben. Mit Yoga trainiere ich Aufmerksamkeit, Konzentration und Kontrolle. Ich übe, alles immer wieder wie beim ersten Mal zu erleben und aus jeder Minute das Richtige zu machen, jeden Moment zu etwas Besonderem.

Schöne Yoga-Fotos im Buch Couch Karma

Das war zuerst eine große Hürde, weil ich nicht wusste, ob es überhaupt möglich war, diese Momente so festzuhalten. Mein Fotograf Christian Alber, vielen Dank an ihn, hat es geschafft, mir die Angst davor zu nehmen und immer in der richtigen Sekunde den Auslöser zu drücken. An einem einzigen Nachmittag und Abend haben wir über eintausend Bilder geschossen. In der Auswahl im Buch spiegelt sich jetzt genau das wieder, was ich mit Couch Karma veranschaulichen wollte: Wohlbefinden als Ergebnis von Arbeit und auch Anstrengung. Ein Glücksgefühl, das kein Zufall ist.

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