Karma-Payback

Karma-Payback

Du hast das Bestreben, die Welt zu einem besseren Ort zu machen – zumindest dort, wo du Einflussmöglichkeiten siehst und sie nutzen kannst. Du nimmst der älteren Nachbarin gern den Einkauf beim Weg zur Wohnung in den 3.Stock ab, stehts im Bus für den Jungen mit Gipsbein ohne zuzögern auf und der reizenden Kellnerin gibst du ein extradickes Trinkgeld, damit sie sich den Trip nach Indien vielleicht doch schon im nächsten Winter leisten kann.

Gastbeitrag von Andrea Böhmer

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Gutmensch-Zinnober

Natürlich tust du das, um zu unterstützen, zu helfen, beizustehen und etwas von der eigenen Fülle – gesunde Gelenke und Knochen oder ein halbwegs stabiles Girokonto- weiter zu geben. Aber wie schaut es mit dem Payback aus? Ab welcher Karmadienst-Punktesammlung bekommst du die goldene Mitgliedskarte und die Zusage über die Unverfallbarkeit des erworbenen Heiligenscheins? Für irgendwas muss sich der ganze „Gutmensch-Zinnober“ doch schließlich lohnen!

Selfmade-Gewitterwolke sinkt

An Tagen, an denen dir die selfmade-Gewitterwolke auf den Kopf sinkt, an denen du dir selbst so perfekt im Weg stehst, dass alle Abwehrspieler der Welt noch was lernen könnten, an denen du dich fragst, ob jetzt nicht irgendwo bitte mal ein deutliches Zeichen an „Und dafür lohnt es sich doch!“ auftauchen könnte- an diesen Tage wäre es doch schlicht angemessen, die goldene Karma-Karte zu zücken und etwas vom Punktekonto ins eigene Leben umzubuchen. Stattdessen verdunkelt sich die Wolke über den Tag und die Viererkette nimmt zusätzliche Vereinsmitglieder hinzu. Nichts mit „Licht am Ende des Tunnels“, keine „Entspannung durch den Sturm hindurch“ in Sicht. Tage wie diese sind steinschwer und weit ab von goldglänzenden Errungenschaften aus der Karma-Historie.

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Wie sieht dein Karma-Konto aus?

Wo ist denn da bitteschön die universelle Gerechtigkeit? Wo ist denn da das eine-Hand-wäscht-die-andere? Wo ist denn da die Unterstützung für´s eigene Leben? Und doch, dem Universum entgeht nichts. Es mag Schwächen in Bezug auf die Unmittelbarkeit aufweisen – nobody is perfect – aber es vergisst nicht. Das Karma-Paypack agiert in Tarnfarbe. Denn gerade in den Phasen, in denen das Leben dir Pechkekse mit unschönen Botschaften in teils kryptischer Übersetzung schenkt, fordert es dich heraus, dich auf die inneren Stärken zu konzentrieren, dich unabhängig von den Umständen von außen zu machen und dich auf die Schätze in dir selbst zu fokussieren. Und wie voll die Schatzkammer ist, hängt auch vom Stand des Karma-Kontos ab.

Gegen dunkle Wolken hilft weißes Konfetti

Denn, seien wir doch mal ehrlich, so sehr sich die gebrechliche Nachbarin auch über die angebotene Trage-Hilfe freut – der Impuls für diese Unterstützung liegt auch, wenn auch nicht nur, darin begründet, dass es dir schlicht ein schönes Gefühl schenkt, etwas Gutes getan zu haben, etwas zur Gemeinschaft beigetragen zu haben, ein dankbares Lächeln zu erhalten. Und das füllt deine Schatzkammern in der Tiefe. Das lässt dich bewusst wertvoll erscheinen. Das hebt dich. Das macht auch dich ein kleines Stück glücklicher – für den Moment und eben auch für die Zeiten, in denen dir rätselhafte Keksbotschaft „Gegen dunkle Wolken hilft weißes Konfetti“ über den Weg laufen.

keep on collecting mit Karma-Payback

Nicht alles im Leben ist Payback in der unmittelbaren Form. Aber das Portmonnaie verkraftet eh schon keine zusätzliche Mitgliedskarte mehr. Um so schöner, zu wissen, dass manch Kontostand nicht messbar oder kategorisierbar ist. Die Fülle der gesammelten Karma-Punkte bringt mehr als eine Reisefön-Prämie. Sie bringt innerlichen Reichtum, ungangreifbar und ganz ohne Attitüde. Und, ist das nicht schlicht das größte Payback, für welches sich das Ansammeln weiter lohnt? In diesem Sinne: iss doch mehr Glückskekse und keep on collecting!

Vielen Dank, liebe Andrea für deinen Gastbeitrag
Namaste
Yogablog Ganzwunderbar

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