Seedbombs – Dein Weg zu dir selbst

Seedbombs – Dein Weg zu dir selbst

Gastbeitrag von Andrea Böhmer


Manch einer von uns darf sich an einem richtigen Garten erfreuen. Einen zum Herumwandern, Liegestuhl ausklappen oder sogar Federball spielen. Manch anderer hat zumindest einen kleinen Austritt vor der Wohnung, mit Klappstuhl und umgedrehter Getränkekiste zum abendlichen Weinglasabstellen. Aber egal, wie groß oder klein die Großstadt-Oase auch sein mag: der Moment, in dem die erste kleine Tomate an Farbe gewinnt oder der Minzstrauch sein Blattwerk verdoppelt, beglückt ungemein. Das Gefühl, etwas zum Wachsen gebracht zu haben, etwas aufkeimen zu sehen, einem Reifeprozess beizuwohnen, ist erhebend und ein kleines Stück vom Alltagsglück.

Mit Geduld zur Ernte

Aber wie ist es mit den Samen, die wir in uns selber sähen? Welchen Nährboden braucht es, um diese zarten Keimlinge zu ermutigen, ihre ganze Pracht zu zeigen, breit und tragend zu verwurzeln, um Früchte reifen zu lassen? Meist ist es nicht so sichtbar, wie es die erste Erdbeere im Balkonkübel deutlich zeigt, aber letztendlich bedarf es genau das gleiche: Licht, Luft, nährende Fürsorge und Geduld.

Yoga und Vertrauen

Und all das lehrt uns der Yoga. Er lehrt, das Licht in uns zu finden. Er lehrt den bewussten Atem, das innere Durchlüften und Energietanken. Er lehrt den liebevollen Blick auf uns selbst, ein um uns Kümmern, ein für uns Sorgen. Und mit jeder Asana, mit jeder Beobachtung für unsere Tagesverfassung, mit jedem Wahrnehmen unserer Grenzen lehrt er uns, Geduld zu haben und dem Prozess zu vertrauen. Immer wieder und immer neu.

Mit Yoga zu sich finden

Wir verstricken uns ab und an in eine innere Haltung von Brachland. Wir erliegen dem Alltagssog, dem Gewusel um uns herum, den Listen, nicht enden wollenden Gedanken oder Erledigungen. Wir schenken der innewohnenden Dürre keine Beachtung mehr. Wir stellen das Gießen ein oder warten auf Regen von außen. Zum Glück kommt dieser oft ganz unverhofft. Ein gutes Buch, ein kurzer Radiobericht, ein Lied, ein Aufkleber auf dem Ampelmast der vierspurigen Straße -und schon werden wir erinnert, besinnen uns darauf, was es zu tun gilt, was gut für uns ist, woher der Durst kommt, was wachsen will. Und dann holen wir die Düngestäbchen raus, vertikutieren, sprühen und werfen Seedbombs, damit sich Wurzeln weiter festigen, damit es wächst und sich etabliert, damit wir ernten können.

Und diese Ernte ist -egal, ob innen oder außen -immer dann so ungemein köstlich, wenn sie langsam, achtsam und nachhaltig gereift ist. Dann verzaubert und nährt sie, dann beglückt sie als ein Ergebnis des langsamen Wachsens, dann gilt es zu genießen -inneren Frieden, wohlige Zentriertheit, selbstgemachtes Pesto, Erdbeermarmelade oder Limo mit frischer Minze.

In diesem Sinne: Namaste, zum Wohl und eine schöne Erntezeit!

Vielen Dank, liebe Andrea, für deinen Gastbeitrag!
Unterschrift Melanie vom Yogablog Ganzwunderbar

 

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