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Wie die Zeit im Yoga Ashram alles in mir veränderte

Wie die Zeit im Yoga Ashram alles in mir veränderte

Gastartikel von Cleo, Chai Liebhaberin und Workaholic

Indien ist ein magisches Land. Du kannst du dir sicherlich vorstellen wie vielfältig und atemberaubend es ist: die bunten Farben, leckeren Gewürze, Kühe an jeder Ecke und wie ich es gerne nenne „das bestorganisierteste Chaos der Welt“. Mit 22 Jahren hatte ich, Cleo, meinen Master in der Tasche und startete in die Berufswelt. Ich mietete eine Wohnung in der Nähe von München und arbeitete ca. 4 Jahre lang für einen großen Online-Bestell Versand. Mein Leben war gut, geregelt und Monate im Voraus geplant.

Kennst du das Gefühl, wenn man sich fragt, ob es da nicht noch mehr gibt?

Ich war schon zufrieden mit meinem Leben, hatte aber das Bedürfnis etwas Neues zu wagen. Ich suchte etwas, wusste jedoch nicht wonach. Eine meiner besten Freundinnen (und Tochter eines Segel-Ehepaars, welches schon mehr als 80 Länder bereiste) riet mir nach Indien zu reisen, da dieses Land wohl jedem das gibt, was er gerade braucht. Ich las etwas mehr über Indien, schaute Filme und las Erfahrungsberichte. Nach etwa einem halben Jahr stand fest: Cleo zieht in ein Ashram! Ich beurlaubte mich für sechs Wochen (gefühlt hatte ich noch fast nie zuvor Urlaub beantragt) und ließ meine Schwester vorübergehend in meine Wohnung ziehen.

Das Gyan Yog Breath Ashram am Rande von Rishikesh

Ich entschied mich relativ schnell nach Rishikesh zu reisen, die heilige Stadt am Ganges. Warst du schon mal dort? Es ist wirklich magisch. Das Ashram, in dem ich wohnte, hieß Gyan Yog Breath Ashram. Falls du dich fragst, was ein Ashram ist: es ist eine Art Yoga-Haus, in dem du alles über Yoga und Meditation lernen kannst. Es gibt dort meistens nur vegetarisches Essen und du hast die Möglichkeit inspirierende Menschen von überall kennenzulernen. Ein Ashram ist ein Ort zur Selbstverwirklichung und eine Oase der Ruhe und Positivität. Nach meiner langen Reise, wurde ich am Eingangstor mit einer gelben Blumenkette überrascht. Eine hübsche junge Inderin begrüßte mich herzlich und malte mit einen Sandelholz-Punkt auf die Stirn. Ich fühlte mich vom ersten Moment an willkommen und zu Hause. Das Ashram liegt direkt am Fluss und der Blick ist ein Traum. Man sieht über den kompletten Rajaji National-Park. Allein der Blick ließ mich schon komplett abschalten und in eine andere Welt tauchen. Ich dankte kurz meinem Herzen, das es mich hierhin geführt hatte.

Mein Tagesablauf im Ashram

Um 5:30 wurde ich meistens vom lauten Krähen des Hahns neben dem Ashram geweckt. Nach einiger Zeit wachte ich sogar schon früher auf, ganz von allein. In Deutschland war ich eher ein Morgenmuffel und brauchte 1-2 Tassen Kaffee zum Wachwerden. In Indien hat sich mein Körper an den natürlichen Rhythmus der Natur angepasst. Damit du dir in etwa vorstellen kannst, wie mein Tagesablauf im Ashram war, habe ich hier mal meine Zeiten aufgeschrieben:

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  • 6:00 Uhr- Meditation
  • 7:00 Uhr – Hatha Yoga Klasse
  • 9:00 Uhr – Frühstück
  • 11:00 Uhr – Ayurveda (Ernährung, Kräuter, Basis-Wissen)
  • 12:00 Uhr – Die Philosophie des Yoga (Grundkenntnisse)
  • 13:00 Uhr – Mittagessen
  • 14:00 Uhr – Karma Yoga
  • 16:00 Uhr – Vinyasa Yoga Klasse (Flow)
  • 18:00 Uhr – Sonnenuntergangs-Meditation (Teilweise mit Kerzen und Musik)
  • 19:00 Uhr – Abendessen
  • 20:00 Uhr – Kirtan (Mantras, Chanten mit Trommeln)
  • 22:00 Uhr – Licht aus
Das Leben im Ashram
Das Leben im Ashram

Yoga und Meditation bewirken sehr viel Positives

So sah also mein täglicher Ablauf unter der Woche aus. Ich muss sagen, dass vor allem das tägliche Yoga und die Meditation sehr viel Positives bewirkt haben. Mein Körper ist in den 6 Wochen viel lockerer und gesünder geworden. An den Wochenenden habe ich oft Ausflüge zu Wasserfällen gemacht und habe mit meinen neuen Freunden vom Ashram Rishikesh erkundet.

Karma Yoga

Weißt du eigentlich was Karma Yoga bedeutet? Es ist sozusagen die Handlung ohne an eine persönliche Belohnung zudenken. Man tut etwas für das Wohl der Gemeinschaft oder Natur. Karma Yoga ist sehr vielseitig; du kannst deinen Eltern oder Großeltern helfen, sauber machen, den Schnee kehren oder generell mit Hand oder Kopf anpacken. Während der Karma Yoga Stunden im Ashram, habe ich beispielsweise die Blumen gegossen, Pflanzen umgetopft oder umgegraben.

Was ich im Ashram gelernt habe

Die 6 Wochen im Gyan Yog Breath Ashram waren bewegend, friedlich, transformierend und wohltuend. Der Mix aus physischer Aktivität, neuem Wissen, Entspannung, leckerem Essen und herzlichen Menschen hat etwas Grundlegendes in mir verändert. Während meines Alltags in Deutschland arbeitete ich eigentlich nur alles ab, Schritt für Schritt, Termin nach Termin. In Indien habe ich gelernt, im Moment anzukommen und in mich zugehen. Ich kann nun viel besser auf meine Bedürfnisse achten und die Dinge so akzeptieren wie sie kommen. Generell bin ich viel positiver und lebensfroher geworden. Die neu gewonnene Energie und Ruhe kann ich nun super gut in meinen „neuen“ Alltag integrieren.

Das Leben im Ashram
Das Leben im Ashram

Yoga als Lebenseinstellung

Ich bin mir sicher, dass Yoga ein wundervolles Mittel und Lebenseinstellung ist, mit der man viel friedlicher und glücklicher leben kann, egal welchen Job man hat und wie man lebt. Etwas, was mich sehr bewegt hat war die Herzlichkeit, Offenheit, Gastfreundschaftlichkeit und Spontanität in Indien. Ich wurde immer mit großen Armen und funkelnden Augen zum Chai trinken eingeladen und durfte sehr tiefgründige Gespräche führen. Es ist wirklich erstaunlich wie liebevoll, interessiert und freundlich die Inder sind! Ich habe mich während meines gesamten Aufenthalts extrem wohlgefühlt.

Das Leben im Ashram

Im Ashram gab es jeden Tag drei vegetarische (auch vegan teilweise) Mahlzeiten. Alle diese Mahlzeiten bestanden aus reinen (Sattva) Zutaten; es wurde nichts Gefrorenes oder Abgepacktes serviert. Alles wird frisch zubereitet und mit Liebe gekocht ohne jegliche Konservierungsstoffe. Ich glaube, dass ich eine viel gesündere Haltung zum Essen entwickelt habe. Ich kann nicht nur intensiver fühlen wie viel ich, wann essen möchte, sondern spüre die Auswirkung von frischem Essen in jeder Zelle meines Körpers. Dadurch, dass ich in Indien so gutes Essen gegessen habe, koche ich jetzt auch täglich in Deutschland und schaue, dass ich lokal und saison-bedingt einkaufe.

Warum ich jederzeit wieder ins Ashram zurückkehren würde

Machst du schon länger Yoga oder überlegst damit anzufangen? Ich habe während der Zeit in Indien definitiv das Yoga für mich entdeckt. Yoga in Indien hat ein ganz anderes Level, es ist viel intensiver und ausgeglichener. In München hatte ich oft das Gefühl von Fitnessstudio, wenn ich zum Yoga ging. In Indien wird Yoga richtig gelebt und meiner Meinung nach ist es einfach authentischer. Deshalb habe ich für mich entschlossen nächstes Jahr nochmal hinzufliegen um ein Yoga Teacher Training (Level 1 Ausbildungsprogramm) im Gyan Yog Breath Ashram zu machen. Ich würde aber auch jetzt schon jederzeit wieder zurück, da ich einfach so viel gelernt habe und mir selbst viel näher gekommen bin. Indien hat mich auf eine unbeschreiblich Weise geprägt und bereichert.

Vielen Lieben Dank, liebe Cleo, für deinen wunderbaren Artikel.

Über Cleo: Cleo ist 26 Jahre jung, Chai Liebhaberin und Workaholic. Seit ihrer Zeit im Gyan Yog Breath Ashram in Indien, hat sie einen Gang heruntergeschaltet und fokussiert sich nun mehr auf Gesundheit, Yoga und die wichtigen Dinge im Leben. Cleo lebt in München, Deutschland und freut sich schon auf ihre nächste Indien Reise.

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5 comments

  1. Christian Gremsl says:

    Meditation ist eine wunderbare Möglichkeit Geist, Seele und Körper in Einklang zu bringen. Ich selbst meditieren schon seit mehr als 20 Jahren und darf seit 18 Jahren Menschen darin ausbilden. Am Anfang wurde Meditation häufig noch als esoterisch betrachtet. Doch mittlerweile gibt es auch sehr gute wissenschaftliche Studien darüber, welche die positive Wirkung nachweisen.
    Es hat schließlich einen Grund, warum auch Spitzensportler meditieren, damit sie ihre Leistungen im richtigen Moment abrufen können.

  2. Ja, Meditation ist ein tolles Instrument um Körper und Geist in Einklang zu bringen. Vielen Dank für deinen schönen Kommentar!
    Ganzwunderbare Grüße
    Melanie

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