Wir müssen reden. Über die Nächte, in denen das Laken plötzlich zum Feind wird, weil die Hitze von innen kommt. Über diese Tage, an denen man grundlos den Tränen nahe ist oder wegen einer winzigen Kleinigkeit im Alltag – einer liegengelassenen Socke oder einem schiefen Blick – innerlich fast explodiert. Und über das Gefühl, dass der eigene Körper plötzlich ein Update installiert, für das man nie die Zustimmung gegeben hat.
Seit 20 Jahren ist Yoga mein Kompass. Aber als ich vor etwa fünf Jahren in die Perimenopause schlitterte, merkte ich: Mein alter Kompass funktionierte nicht mehr. Die kraftvollen Vinyasa-Flows, die mich früher beflügelt haben, ließen mich plötzlich erschöpft und mit zitternden Knien zurück.
Wenn du dich gerade fragst, wo die „alte Version“ von dir geblieben ist: Du bist nicht allein. Und ja, Yoga in der Perimenopause ist kein „Nice-to-have“, sondern mein absoluter Rettungsanker geworden – nur eben anders, als ich dachte.
Was passiert da eigentlich? (Und warum Yoga hilft)
Die Perimenopause ist die Übergangsphase vor der Menopause. Unsere Hormone – vor allem Östrogen und Progesteron – spielen Achterbahn. Das Ergebnis? Ein bunter Strauß an Symptomen:
- Schlafstörungen: Man ist müde, aber der Kopf feiert eine Party.
- Hitzewallungen: Dein interner Thermostat ist defekt.
- Stimmungsschwankungen: Von „Himmelhoch jauchzend“ zu „Lass mich einfach alle in Ruhe“ in drei Sekunden.
- Innere Unruhe: Ein Grundrauschen an Nervosität, das früher nicht da war.
Warum Yoga jetzt dein bester Freund ist
Yoga setzt genau dort an, wo das Hormonchaos wütet: am Nervensystem. Wir wechseln vom Sympathikus (Flucht/Kampf) in den Parasympathikus (Ruhe/Heilung). Das senkt den Cortisolspiegel – und weniger Stresshormone bedeuten oft mildere Wechseljahresbeschwerden.
Meine persönliche Strategie: Yoga bei Perimenopause-Symptomen
Nach 20 Jahren auf der Matte habe ich meine Praxis radikal angepasst. Hier sind meine persönlichen „Game Changer“ für die häufigsten Beschwerden:
1. Bei Schlafstörungen: Ab ans Brett (oder die Wand)
Wenn ich nachts wach liege, mache ich keine Sonnengrüße. Ich nutze Restorative Yoga.
Mein Tipp: Viparita Karani (die Beine an der Wand hochlegen). Es beruhigt das Herz, entlastet die Beine und signalisiert dem Gehirn: „Es ist sicher, jetzt zu schlafen.“
2. Bei Hitzewallungen: Kühlung statt Power
Früher habe ich Schweiß auf der Matte geliebt. Heute triggert Hitze meine Wallungen. Ich setze jetzt auf kühlendes Pranayama (Atemübungen) wie Sitali oder sanftes Yin Yoga, um die Körpertemperatur stabil zu halten.
3. Bei Stimmungsschwankungen & Unruhe: Erdung finden
Wenn die Welt um mich herum (und in mir) wirbelt, brauche ich Stehhaltungen. Krieger-Positionen oder der Baum geben mir das Gefühl von Stabilität, wenn die Hormone versuchen, mich aus der Bahn zu werfen.
3 Tipps für deine Yoga Praxis in der Perimenopause
Wenn du merkst, dass die Perimenopause anklopft, versuche diese drei Anpassungen:
- Hör auf dein Ego, nicht auf den Lehrer: Wenn dein Körper nach Pause schreit, nimm dir das Kind des Kindes (Balasana), auch wenn alle anderen im Handstand stehen.
- Nutze Hilfsmittel: Blöcke, Bolster und Gurte sind keine Zeichen von Schwäche, sondern von Weisheit. Sie geben dir den Halt, den dein Hormonsystem gerade braucht.
- Atem über Asana: In der Perimenopause ist die Art, wie du atmest, wichtiger als die Frage, wie tief du in die Vorbeuge kommst.
Fazit: Die Perimenopause als Einladung
Ja, die letzten fünf Jahre waren herausfordernd. Aber Yoga hat mir beigebracht, die Perimenopause nicht als „Abbau“, sondern als Neuorientierung zu sehen. Es ist die Zeit, in der wir lernen, radikal gütig mit uns selbst zu sein.
Deine Praxis muss nicht mehr perfekt aussehen. Sie muss sich ganz wunderbar anfühlen.
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Schon mit 27 Jahren fand Melanie durch Yoga und Meditation einen Weg, ihre Panikattacken vollständig und nachhaltig zu heilen. Heute blickt sie auf über 20 Jahre intensive Erfahrung im Ashtanga Yoga und der Meditation zurück. Auf ihrem Portal Ganzwunderbar zeigt sie, wie Achtsamkeit und bewusste Bewegung den Weg für einen echten Neuanfang ebnen. Ihre Vision ist es, Menschen dabei zu unterstützen, durch die Verbindung von Atem, Körper und Geist tiefe seelische Blockaden zu lösen und neue Lebenskraft zu schöpfen.
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