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Vegane Ernährung für Sportler/innen als Fachfortbildung mit ecodemy

Vegane Ernährung für Sportler
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Anzeige (aufgrund von Namensnennung) Artikel enthält Werbelinks*/Photo by BrocnBells.com Team on Unsplash


Hallo Dominik Grimm. Stell dich doch bitte einmal vor. Was machst du beruflich?

Hallo Melanie, ich bin 35 Jahre alt, komme beruflich ursprünglich aus der Forschung und bin Gründer und Geschäftsführer von ecodemy*.

Wie kam es dazu, dass du die Fachfernschule für vegane Ernährung – ecodemy genannt – ins Leben gerufen hast?

Die grundlegende Idee wurde durch mein eigenes Scheitern geboren. Man hört immer
mal wieder von Menschen, die zwar aus voller Überzeugung auf eine vegane Ernährung umsteigen, dann aber doch zur Mischkost zurückkehren. So ging es mir beim ersten Anlauf auch. Nicht, weil ich von der veganen Idee nicht überzeugt war, sondern weil ich nicht wirklich wusste, wie es geht und allerhand Ernährungsfehler gemacht habe.

Närhstoffmangel durch vegane Ernährung für Sportler verhindern

Irgendwann habe ich mich nur noch mies und schlapp gefühlt und das war es dann – zum Glück nur kurz – mit der Pflanzenkost. Dann habe ich mich kundig gemacht und
verstanden: Einfach nur alle Produkte tierischen Ursprungs wegzulassen grenzt den
Speiseplan dermaßen ein, dass ein Nährstoffmangel keine Überraschung ist.

Vegane Ernährung bedeutet nämlich nicht, sich einzuschränken und zu verzichten, sondern sich eine völlig neue kulinarische Welt zu eröffnen, die unglaublich vielfältig, köstlich und reich an lebenswichtigen Nährstoffen ist.

Das nötige Wissen wissenschaftlich fundiert zu recherchieren und zusammenzutragen
war alles andere als einfach. Die Tatsache, dass es im deutschsprachigen Raum nicht
eine Anlaufstelle, keine Institution, keine Schule gibt, an der man qualifiziert lernt, sich
pflanzlich zu ernähren und mit veganer Ernährung nicht nur langfristig gesund zu bleiben, sondern seine Gesundheit sogar noch zu verbessern, fand ich unhaltbar.

„Be the change…“

war also angesagt. Außerdem war die Zeit einfach reif für eine zukunftsorientierte Ernährungsform auf breiter Ebene.

Seit wann ernährst du dich vegan und gab es hierfür ein bestimmtes Ereignis in deinem Leben, dass dies ausgelöst hat?

Wie du ja weißt, ist mir Yoga nicht fremd und wer Yoga ernsthaft praktiziert, setzt sich
früher oder später ganzheitlich mit dem Leben auseinander. Die vegane Ernährung war dann für mich 2009 aus ethischen, sozialen, gesundheitlichen und den Aspekten des Klimaschutzes die einzig richtige, logische Konsequenz.

Vegane Ernährung für Sportler in der Ausbildung lernen

Ich kenne euch vom ersten Tag an, als ihr ecodemy ins Leben gerufen habt. Damals seid ihr mit der Ausbildung im Fernstudium zum veganen Ernährungsberater gestartet. Damit seid ihr groß geworden. Nun habe ich gesehen, dass ihr sogar ganz neu die Ausbildung zum veganen Ernährungsberater für Sportler/innen ins Leben gerufen habt. Das finde ich sehr spannend. Kannst du uns die Fachfortbildung etwas genauer erläutern?

Sehr gern. Lange Zeit galten Veganer als Inbegriff des blassen, kränklichen „Ökos“, der
nur wirres Zeug im Kopf und ganz sicher nichts in den Armen hat. Inzwischen ist belegt, dass Veganer nicht nur eine überdurchschnittliche hohe Bildung haben.

Auch der Werbeslogan „Fleisch ist ein Stück Lebenskraft“ – der übrigens noch aus dem
Nachkriegsboom stammt – zieht immer weniger, während Profisportler aus
unterschiedlichen Disziplinen beweisen, dass sich „Grünfutter“ und Hochleistung
durchaus kombinieren lassen – und sowohl Topathleten als auch Hobbysportler von
veganer Ernährung profitieren können.

Vorteile der pflanzenbasierten Ernährung

Zu den Vorteilen einer bedarfsdeckenden pflanzenbasierten Ernährung gehören beispielsweise geringere Risiken für chronische Erkrankungen und Erkrankungen des Immunsystems. Sportler, die in definierten Gewichtsklassen antreten, kommt ein erleichtertes Gewichtsmanagement zugute. Wie eingangs schon erwähnt, sollte man über ein gewisses Know-how verfügen, wenn man sich vegan ernährt.

Das gilt natürlich besonders für Menschen, deren Nährstoffbedarf vom Durchschnitt abweicht, wie beispielsweise Schwangere und Kinder im Wachstum – zu diesem Thema bieten wir übrigens auch eine Fachfortbildung „Vegane Ernährung für Sportler/innen*“ an.

Durch vegane Ernährung für Sportler erbringen sie Bestleistungen

Sportler und Sportlerinnen, die Bestleistung erbringen wollen oder müssen, gehören auch zur Gruppe der Personen, die einen genauen Blick auf ihre Nährstoffzufuhr haben sollten. Dabei sind mehrere Aspekte zu berücksichtigen. Hobbysportler, die eine durchgehend gleichbleibende Leistung anstreben, haben einen anderen Bedarf als Leistungssportler, die sich in der Wettkampfvorbereitung oder in der Off-Season befinden.

Dazu kommen die persönlichen Befindlichkeiten sowie spezielle Anforderungen, beispielsweise wenn ein Sportler eine strenge Diätphase durchläuft oder verletzungsbedingt pausieren muss.

Die Ernährung kann und sollte individuell und an die jeweilige Phase angepasst werden – immer unter der Prämisse, dass es nicht nur um sportliche Erfolge, sondern auch um die Gesundheit des Athleten geht.

Fachfortbildung vegane Ernährung für Sportler

Unsere Fachfortbildung umfasst vier Kapitel.

Kapitel 1 der Fachfortbildung vegane Ernährung für Sportler

Grundlagen der veganen Sportlerernährung

In Kapitel 01 „Grundlagen der veganen Sportlerernährung“ klären wir unter anderem, welche speziellen Bedürfnisse Sportler haben, wie die Vorteile der veganen Ernährung für sie genau aussehen und was bei der Ernährungsplanung berücksichtigt werden sollte. Die Energiebilanz als Dreh- und Angelpunkt ist ebenso Thema, wie die Mikro- und Makronährstoffe und natürlich, welche Nährstoffe potenziell kritisch sein können.

Kapitel 2 der Fachfortbildung vegane Ernährung für Sportler

Optimierungspotenziale, junge Athleten und Gruppenberatung

Kapitel 02 „Optimierungspotenziale, junge Athleten und Gruppenberatung“ widmet sich unter anderem den Supplementen und zeigt auf, welche sinnvoll sein können und wo man sich das Geld sparen kann. Wir greifen Themen auf, die gern unterschätzt werden, nämlich die richtige Flüssigkeitszufuhr und optimierte Ernährung in Verletzungspausen.

Außerdem gehen wir der Frage nach, wie sich Medikamente auswirken, warum Schlaf so wichtig ist, und wie sich Nachtruhe und Ernährung gegenseitig beeinflussen können. Ganz besonders wichtig sind Ernährungsfragen, wenn es um junge Sportler geht, die sich noch im Wachstum befinden. Auch hierzu liefert die Fachfortbildung fundierte Informationen.

Kapitel 3 der Fachfortbildung

Vegane Sporternährung in der Praxis

Um die Umsetzung im Sportalltag geht es dann in Kapitel 03Vegane Sporternährung in der Praxis“. Ernährungsstrategien für Kraft- und Ausdauersportler im Pre-, Intra- und Post-Workout, Mahlzeitenfrequenz und Wettkampfernährung werden hier erläutert. Wir besprechen die Vor- und Nachteile exakter Ernährungspläne und wie Ernährungsplanung langfristig aussehen muss, um erfolgreich umgesetzt werden zu können.

Auch hier greifen wir wieder ein Thema auf, welches enorm wichtig ist und oft nicht umfassend bedacht wird: das soziale Umfeld und warum man es bei der Ernährungsplanung im Hinterkopf haben muss. Natürlich geben wir auch für dieses Gebiet praktische Tipps.

Kapitel 4 der Fachfortbildung

Gewichtsmanagement und die Prävention von Essstörungen

Im letzten Kapitel dreht sich dann alles um das Gewichtsmanagement. Gewichtsmanagement und die Prävention von Essstörungen“ informiert über grundlegende Mechanismen der Zu- und Abnahme und wie man Gewichtsveränderungen plant und umsetzt. Wir klären die Fragen, welcher Kalorienüberschuss für einen Muskelaufbau notwendig ist, welche Makronähstoffverteilung optimal ist und wie die Erhaltungsphase funktioniert.
Im Rahmen einer Gewichtsreduktion erörtern wir beispielsweise, welches Kaloriendefizit für wen geeignet ist, wie möglichst viel Muskelmasse und Leistung erhalten bleibt, wie es nach der Diät weitergeht und wie kurzfristiges Gewichtmachen funktioniert.

Gesundheit der Sportler und Sportlerinnen

Wie ich schon sagte, darf bei allem sportlichen Ehrgeiz die Gesundheit der Sportler und
Sportlerinnen nicht außer Acht gelassen werden. Essstörungen treten bei Sportlern
häufiger auf als in der Allgemeinbevölkerung: Die Prävalenz einer Essstörung liegt bei
erwachsenen weiblichen Profisportlern bei 20 % und bei den männlichen Profisportlern bei 8 % – umso wichtiger ist die Prävention.

Deswegen setzen wir uns gezielt mit möglichen Risiken auseinander und auch, welche Auswirkungen Essstörungen auf den sportlichen Erfolg haben.

Erste Warnzeichen rechtzeitig zu erkennen ist gerade bei Sportlern nicht immer einfach, da ihr Essverhalten auf Laien ohnehin oft schon etwas seltsam anmutet.
Wie bei allen unseren Aus- und Fachfortbildungen bieten wir auch hier eine kostenlose
14-tägige Testphase zum Reinschnuppern an.

Sportliche Erfolge mit Pflanzenpower stelle ich mir sehr schwer vor. Gerade wenn man viele Muskeln aufbauen möchte und jeden Tag Sport macht, benötigt man doch sehr viel Energie und Eiweiß. Schafft das allein die pflanzliche Ernährung?
Interessant, dass du den Muskelaufbau ansprichst. Ausdauersportler haben nämlich auch einen erhöhten Proteinbedarf, besonders im Hinblick auf die Regeneration. Da bei beiden Kategorien auch der Energiebedarf erhöht ist, fällt es leicht, den Proteinbedarf zu decken – Hülsenfrüchte, Samen und Getreide liefern beides.

Wenn das angestrebte Ziel eine Kalorienrestriktion erfordert, muss bei einer veganen
Ernährung tatsächlich besonders auf die Proteinzufuhr geachtet werden. Mit dem nötigen Fachwissen ist auch das machbar, beispielsweise durch eine gezielte Kombination verschiedener Eiweißquellen.

Es gibt einige vegane Lebensmittel, die viel Protein bei wenig Kohlenhydraten und Fett liefern wie Tofu, Tempeh, Seitan, Soja- oder Erbsenproteinschnetzel. Diese sollten dann bevorzugt werden. Auch Proteinshakes können sinnvoll sein. Oder Proteinpulver, mit dem man viele Mahlzeiten anreichern kann.

Übrigens: Der schlechte Ruf, den Soja teilweise hat, ist nicht berechtigt: Aktuelle
wissenschaftliche Untersuchungen weisen eher auf Vor- statt Nachteile hin und der
Großteil der bei uns erhältlichen Sojaprodukte wird aus Soja aus europäischem Anbau
hergestellt, so dass der Regenwald nicht leidet. Wird mehrmals täglich trainiert oder ist die Energieaufnahme stark eingeschränkt, kann es sinnvoll sein, essenzielle Aminosäuren über isolierte Nährstoffpräparate aufzunehmen.

Ich selber mache Ashtanga Yoga und dazu noch jeden 2. Tag einen anderen Sport.
Hauptsache ich bewege mich viel, da ich eine sitzende Tätigkeit habe. Was würdest du mir für eine Ernährung oder für Pflanzen empfehlen, wenn ich täglich viel Energie benötige?

Wenn es dir schwerfällt, ausreichend Kalorien aufzunehmen, könntest du den Anteil an
Kohlenhydratquellen wie Nudeln, Reis oder Brot erhöhen. Auch reichhaltige Soßen eignen sich gut, dazu eine primäre Proteinquelle: Wie erwähnt sind Tofu, Tempeh und Seitan klasse und auch in zahlreichen Variationen erhältlich.

Ein weiterer Vorteil ist, dass sie die Verdauung weniger belasten als große Mengen an Hülsenfrüchten. Unterschiedliche Zubereitungsmethoden sorgen zusätzlich für Abwechslung auf dem Teller. Nüsse und Samen, auch lecker als Mus, ergänzen Mahlzeiten nicht nur kulinarisch, sondern liefern ebenfalls Energie und Proteine. Direkt vor dem Sport bieten sich schnellverdauliche Kohlenhydratquellen an.

Kommen wir zu der letzten Frage. Wenn du drei Wünsche frei hättest, was würdest du dir für die Zukunft wünschen?

Das ist eine interessante Frage. Ich wünsche mir, dass es meinen Freunden und meiner
Familie gut geht, ganz besonders meinen Großeltern – und ab und an etwas mehr
Freizeit, um mit ihnen zusammen sein zu können. Ein großer Wunsch von mir wäre, dass wir Menschen mit anderen und unserer eigenen Spezies einfühlsamer und wohlwollender umgehen würden.

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Jeder kennt den berühmten Satz von Tolstoi „Solange es Schlachthöfe gibt, wird es Schlachtfelder geben“. Mehr Empathie würde unserer Welt ganz sicher guttun. Und natürlich wünsche ich mir, dass das Team von ecodemy auch weiterhin so erfolgreich das Voranschreiten der veganen Idee unterstützen kann.


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