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Die Rauhnächte –Tage des Übergangs

Die Rauhnächte –Tage des Übergangs

Artikel von Michaela von www.michaela-gongora.de/Anzeige (aufgrund von Namensnennung)/
Photo by Robson Hatsukami Morgan on Unsplash

15. Türchen des Yogablog Adventskalenders

Deine individuelle Ausrichtung auf das neue Jahr 2020

Auch wenn wir es heute nicht immer bewusst wahrnehmen – so durchlaufen wir im Laufe des Jahres einen immer gleichbleibenden Grundrhythmus. Die vier Jahreszeiten stehen nicht nur für einen Wechsel im Wetter, sondern auch für einen Wechsel der Stimmungen in unserem Inneren. Bevor wir darauf einsteigen, wie wir diese uralten Qualitäten in unsere moderne Zeit integrieren können, möchte ich zunächst etwas auf die Hintergründe eingehen:

Was sind die Rauhnächte?

Der keltisch-germanische Jahreskreis teilt sich auf in eine dunkle und eine helle Zeit. Er ist geprägt durch mehrere Feste, in denen die unterschiedlichen Qualitäten der jeweiligen Jahreszeit gewürdigt werden. Viele der christlichen Feste sind davon abgeleitet. Momentan befinden wir uns in der dunkelsten Zeit des Jahres. Die Natur hat sich ganz in sich zurückgezogen. Die Tage werden jetzt immer kürzer und kürzer – die Nächte dafür umso länger. Früher rückten unsere Vorfahren eng zusammen, um sich in dieser Zeit Wärme zu spenden und ein Gefühl der Zusammengehörigkeit zu empfinden. Das zelebrieren wir in unserer heutigen Zeit noch immer – im Rahmen von Weihnachts-Märkten oder -feiern. Alle bereiten sich innerlich auf den Abschluss des Jahres vor.

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In der längsten Nacht des Jahres (am 21.12.) hält die Welt für einen kurzen Augenblick den Atem an – bevor sie wieder kraftvoll einatmet. Die Wintersonnenwende steht für das versteckte Wachstum, das unter der Erde schlummert. Mit diesem Augenblick beginnt nach matriarchaler Kultur der neue Jahreskreis. Wir feiern die Geburt des Lichtes – von nun an werden die Tage wieder länger. In der christlichen Tradition feiern wir dies am 24.12. symbolisch mit der Geburt Jesu Christi.

Beginn für die Rauhnächte

Das ist auch der Zeitpunkt, wo für viele die Rauhnächte beginnen*. Diese sind ein Zeitraum, in dem der Überlieferung zufolge der Himmel weit geöffnet ist und die Schleier zwischenden Welten durchlässig sind. Die Menschen haben hier nur das Nötigste gearbeitet, saßen zusammen, erzählten sich Geschichte und schützten sich mit Kräuterbüscheln & Räucherwerken vor den dunklen Energien. Auch in unserer heutigen Zeit treffen wir uns mit unseren Liebsten und begehen eine sehr innige Zeit des Beisammen Seins.

Die erste Rauhnacht

Die erste Rauhnacht („die Mutternacht“) beginnt an diesem Tag um 0.00 Uhr und dauert 24 Stunden. Metaphorisch steht die Nacht für die Dunkelheit – es handelt sich aber um Tage. Die letzte Rauhnacht endet am 05.01. um Mitternacht („die Perchtennacht“). Im Anschluss findet dann die „Drei-Königs-Nacht“ statt – in dieser sog. Erscheinungsnacht wird der Segen eingeholt.

Es gibt die Möglichkeit jeden dieser Tage ganz bewusst mit einem gewissen Thema zu begehen. Hierbei steht jeder Tag für einen Monat (1. Rauhnacht/Januar). Das ist allerdings sehr zeitintensiv. Deshalb habe ich euch ein paar Rituale und Denkanstöße zusammengefasst, mit denen ihr eure Rauhnachts-Zeit ganz individuell gestalten könnt:

Tipps, Rituale und Denkanstöße für die Rauhnächte

  • Bewusstes Wahrnehmen / Freiräume schaffen – auch wenn wir in dieser Zeit meist verplant sind, weil wir Familien und Freunde treffen wollen. Wir brauchen auch Raum für uns selbst. In kaum einer anderen Zeit ist es so wertvoll, innerlich einfach mal einen Schritt zurück zu gehen, sich mit sich selbst auseinander zu setzten und bewusst all die Schwingungen wahrzunehmen.
  • Tagebuch führen – einfach querbeet alles notieren was einem in dieser Zeit auffällt. Ein Gedankenblitz, Stimmungen, Farben, Gerüche. Und auch die unangenehmen Gefühle dürfen hier ihren Raum finden. Denn in dieser Zeit tritt auch viel von dem Zutage, was uns belastet und im Alltag gerne überlagert wird.
  • Auf die Träume achten – viele haben in dieser Zeit sehr lebhafte Träume. Notiert sie euch und werft im Laufe des Jahres immer wieder einen Blick darauf. Das kann spannende Erkenntnisse oder auch lustige Anekdoten liefern. Achtet dabei auch auf die Tiere, die darin vorkommen. Im Schamanismus werden diesenunterschiedlicheKräfte zugeschrieben.
  • Räucherwerke für die Sinne – das Räuchern hat in dieser Zeit eine besondere Kraft. Wir können es nutzen zum Reinigen, zum Kraft-Tanken oder zum Herz-Öffnen. Hier eignen sich beispielsweise weißer Salbei, Wacholder, Zirbe oder Angelikawurzel.
  • Das Licht ehren – ihr könnt eine besondere Kerze in ein Glas stellen, die ihr jeden Tag bewusst anzündet und brennen lasst. Als symbolisches Zeichen für das neugeborene Licht und damit euer neues Jahr 2020 beleuchten.

Wünsche für das neue Jahr in der Silvester-Nacht und die Rauhnächte

  • Wachsgießen – eine deutlich umweltfreundlichere Alternative mit immer wieder aufschlussreichen Erkenntnissen. Ein großer Spaß beim Deuten der Gebilde – allein oder in der Gruppe
  • Flying-Wish-Paper– hier kann man seine Wünsche für das neue Jahr auf ein spezielles Papier schreiben, welches angezündet wird und dann in die Luft steigt. Super schön, wenn der Wunsch davon fliegt und gleich transformiert wird
  • Raketen-Post ans Universum – Wünsche oder was man Loslassen will an eine Raketebinden und abschießen. Ich habe das mal dem Bild eines Ex-Chefs gemacht – das war eine große Befreiung
  • Mein Blickwinkel auf die Welt – schnappt Euch Handy oder DigiCam, geht raus in die Natur und knippst einfach drauf los. Nicht groß denken – keine Filter! Im Nachhinein könnt ihr die Bilder in Ruhe betrachten und euch daran erfreuen, wie ihr die Welt aus eurem Blickwinkel seht. Das ist auch eine schöne Beschäftigung zu zweit oder für die ganze Familie. Dabei wird wieder deutlich, dass wir alle eine andere Perspektive im selben Kontext einnehmen
  • Musik hören oder machen – einfach mal wieder ganz bewusst einem Künstler lauschen – ohne Ablenkung. Alternativ könnt ihr euch ein Akustik-Stück suchen – und mit Rasseln oder einer Trommel eurem inneren Rhythmus Ausdruck verleihen.
  • Den Segen aufnehmen – mit den Heiligen-Drei-Königen endet diese mystische Zeit. Langsam kommt wieder Aktivität und Bewegung in die Sache. An diesem Tag könnt ihr alle Fenster eures Zuhauses öffnen und symbolisch den Segen des neuen Jahres hereinlassen. Dabei könnt ihr euch innerlich noch einmal ganz bewusst auf das neue Jahr einschwingen.

Ich hoffe, ich konnte Euch etwas von meiner Faszination für diese magischen Tage weitergeben. In meiner Familie wurde darauf immer viel Wert gelegt – wofür ich meiner Mama heute noch dankbar bin. Und in keiner anderen Zeit fühle ich mich meinem zu früh verstorbenem Papa mehr verbunden. Wenn du mehr von mir erfahren möchtest, dann schau doch gerne auf meiner Webseite vorbei.

Ich wünsche Euch allen eine wundervolle Rauhnachtszeit…
Eure Michaela Gongora
Erfrischend. Anders. Sein. & Therapie. Integrativ. Bewegend.

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2 comments

  1. Danke für die tollen Tipps & Rituale ♥
    Ich habe mir dieses Jahr vorgenommen, die Rauhnächte bewusster zu zelebrieren
    & freue mich schon drauf 🙂
    Liebe Grüße!

  2. Hallo Anna,
    das freut mich sehr, dass dir der Artikel gefällt. Ich wünsche dir viel Spaß beim Zelebrieren der Rauhnächte.
    Frohe Weihnachten!
    Ganzwunderbare Grüße
    Melanie

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