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Interview mit der Yogalehrerin Veronika Freitag

Interview mit der Yogalehrerin Veronika Freitag

Anzeige (aufgrund von Namensnennung), Headerbild von Veronika Freitag

1. Woher kommst du und was machst du beruflich?
Ich komme aus Berlin, dort bin ich geboren und dort habe ich die längste Zeit gelebt. Vor fast 10 Jahren bin ich nach Hamburg gezogen, dem inneren Ruf folgend ein eigenes Yogastudio zu eröffnen. Das hat erstaunlicher Weise in Hamburg auf mich gewartet und nicht in Berlin. So, ich bin Yogalehrerin in Vollzeit. Es gab auch eine Zeit „vor dem Yoga“ wo ich viel gelernt und ausprobiert, mich aber in keinem Studium und keinem Beruf zu Hause gefühlt habe. So, ich weiss, wie sich ein “nine to five Job anfühlt” und ich kenne das „Künstlerleben“ und das hilft mir Menschen in ihren Lebensumständen zu verstehen.

Anusara®Yoga Retreats auf Kreta

2. Du gibst Anusara®Yoga Retreats auf Kreta. Was genau kann man sich unter Anusara®Yoga vorstellen?
Anusara Yoga ist ein modernes Hatha-Yoga, lebensbejahend, befreiend, kraftvoll und gleichzeitig berührend. Es verbindet die alten Weisheiten des Yoga, insbesondere die des kashmirischen Shivaismus mit ganz modernen bewegunsphysiologischen Erkenntnissen. Die Ausrichtungsprinzipien sind genial. Sie beziehen sich nicht nur auf die physisch sinnvolle Ausrichtung von Muskeln, Knochen und Gelenken, sondern in ihrem spirituellen Kontext findet der Übende mehr und mehr eine Ausrichtung mit sich/seinem Selbst. Meine YogaRetreats sind weit mehr als einfach nur 2 mal täglich Yoga. Ich unterrichte sie zusammen mit meinem Lebensgefährten, Christian Rath, der ein sehr besonderer Coach ist. Wir vermitteln Yoga übergreifende Themen, die die Teilnehmer auf vielfältige Weise dazu inspirieren, mehr von dem zu verstehen, wer sie sind und ihr Leben entsprechend auszurichten. Am besten beschreibt es vielleicht das Feedback einer Yogini: 

Liebe Veronika, lieber Christian, tausend Dank für die Weisheit Eurer Herzen und für das Teilen Eures Wissens und Eurer Erfahrungen. Die Heldenreise hat mich auf meinem Weg der Heilung und Ich-Findung einen Meilenstein weiter gebracht. Ich habe nun eine Ahnung davon, wie sich Leichtigkeit, Lebendigkeit, (Selbst-) Liebe, Authentizität und Souveränität anfühlt. Ich habe auf der Heldenreise einige Schätze gefunden und mit nach Hause genommen. Und ich werde diese gut behüten 😊🙏🏻

Unser nächstes Retreat heisst „Energy Awareness“. Alle Informationen dazu findest du unter: https://veronikafreitag.com/yogareisen-retreats/

Ausbildung zur Yogalehrerin

3. Wie kamst du zu der Methode und vor allem wie kamst du zum Yoga?
Im Jahre 2004 war ich in meiner 1. Anusara Yoga Klasse in Berlin und danach ganz aus dem Häuschen. Ich wusste nach so langer Suche auf einmal was ich wirklich werden möchte: Yogalehrerin. Die Stunde hatte mich sehr bewegt. Meinen ersten Kontakt mit Yoga hatte ich 1999, auf der Schauspielschule. Damals fand ich es schon beindruckend, wie gut mir Yoga tat, wie es mich beruhigte und gleichsam stärkte, wie ich Ängste überwinden konnte und mich irgendetwas berührte von dem ich damals noch nicht wusste, was es war.

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Klassische Yogastunde

4. Wie sieht eine klassische Yogastunde bei dir aus? Was unterscheidet dich von anderen Yogalehrerinnen?
Nun, jede Stunde ist etwas anders. Oft beginnt sie mit einem kleinen Dharma Talk, wir nennen das auch “Herzthema“, was der Stunde eine Intension und einen tieferen Sinn verleiht. Nach einer kurzen Zentrierung folgt eine Asana-Sequenz in die ich das Thema so einflechte, dass seine Inspiration körperlich erfahrbar wird. Dabei baue ich die Energie so auf, dass allen wirklich „warm” wird, manchmal arbeite ich hin zu einer bestimmten Peakpose, oder ich arbeite an konkreten Ausrichtungsprinzipien, im 2. Teil der Stunde werden die Stellungen auch mal länger gehalten und es bleibt mehr Raum zum Fühlen. Zum Ende der Yogastunde gibt es eine zum Thema passende Meditation in der man auch noch länger verweilen kann, gefolgt von Savasana. Die Yogi/ni/s meiner Klassen und Workshops sagen mir nach, dass sie durch meine Stimme und fein ausgerichtete Energie auf eine einzigartige Weise inspiriert werden und so in immer tiefer liegende Ebenen ihres Seins eintauchen und erkunden können. Das berührt mich und erfüllt mein Herz mit tief gefühlter Freude und Dankbarkeit.

Yoga in unserer Gesellschaft

5. Wieso glaubst du, hat Yoga immer noch so einen schlechten Ruf in unserer Gesellschaft? Es ist ja viel einfacher sich mit Dingen im Außen zu beschäftigen als mit sich selbst. Glaubst du auch, dass viele Angst davor haben, sich auf sich selbst einzulassen und auf sich selbst zu schauen?
Hat Yoga wirklich noch einen schlechten Ruf in unserer Gesellschaft? Ich erlebe das gar nicht so. Sicher gibt es noch Menschen, die bewusst oder unbewusst davor zurückschrecken sich mit sich selbst auseinanderzusetzen und oder jede Idee von Spiritualität ablehnen. Gleichzeitig gibt es immer mehr Menschen, die eine Sehnsucht haben, die auf der Suche sind: nach Sinn, nach mehr innerem Frieden oder einfach nach einer stabileren Gesundheit. Die Welt in der wir leben wird immer herausfordernder, Probleme spitzen sich zu, die Komplexität nimmt zu, gleichzeitig steigt die Bewusstheit und Sensibilität bei vielen Menschen. Yoga ist hier so hilfreich einen Anker im Inneren zu finden, eine Quelle von tiefer Wahrheit und mehr Liebe. Viele Menschen wissen oder ahnen das.

6. Was kannst du deinen Yogaschülern durch Yoga mit auf ihren weiteren Lebensweg mitgeben?
Jeder Mensch muss seinen ganz eignen Weg gehen. Folge dem, wo du dich lebendig fühlst, erfüllt, wo du eine Begeisterung bemerkst, Freude und Sinn. Diesen Weg zu gehen bedeutet nicht, dass alles immer leicht und freudig sein wird. Es gibt viel zu lernen und Herausforderungen zu meistern. Bevor sich die volle Magie entfaltet, braucht es eine innere Klärung und auch Heilung. Die Praxis des Yoga unterstützt diesen Prozess und ist dieser Prozess in ganz verschiedenen Dimensionen. 

Wie Yoga das Leben beeinflusst

7. Wie hat dich Yoga in deinem Leben beeinflusst und vor allem verändert?
Zunächst hat mir Yoga einfach nur wohl getan. Ich konnte innere Unruhe loslassen und habe mehr Vertrauen und Kraft in mir gefühlt, was mein Leben stabilisiert hat. Anfang 2008 hatte ich nach einer Zeit in einem Ashram in Indien einen bewegenden Durchbruch von Erkenntnis, ich weiss nicht wie ich es anders beschreiben soll als, dass auf einmal alles Sinn machte, mein Herz war aufgegangen und ich habe eine so starke Verbindung gefühlt, dass ich vor tiefster Freude und empfundener Liebe stundenlang geweint habe. Jetzt konnte ich mir vorstellen was SAT CHIT ANANDA (SEINSGEWAHRSEINSSELIGKEIT) bedeutet und GOTT (woran ich nie geglaubt hatte) wurde zu einer geahnten und/oder gefühlten Realität.

Als ich dann zurück nach Berlin kam, ist mein „altes“ Leben Schritt für Schritt zusammengebrochen. Das Einzige was blieb war Yoga. Ich selbst wäre damals noch nicht in der Lage gewesen mich von allem möglichen zu lösen und mich ganz und gar für Yoga zu entscheiden, da hat mich das Universum wohl einen Schubs in die richtige Richtung gegeben. So vieles hat sich seit dem verändert. Meine gesamte Wahrnehmung der „Realität“ , das Empfinden meiner Identität und das was mir wirklich wichtig ist. Ich musste lernen, dass so eine Transformation nicht immer nur glückselig ist. Alte innere Strukturen lösen sich, das „Ich” kann nicht mehr bestehen, wie es war und das ist schmerzhaft. Trotzdem das so ist, bin ich überglücklich und dankbar für die Wendung, die mein Leben genommen hat. Das menschliche Bewusstsein hat ein enormes Potential und ich möchte den Menschen helfen das zu erkennen und im besten Sinne für sich selbst und für die Menschheit zu nutzen.

Dankeschön für die Möglichkeit ein paar Gedanken zu teilen.
Liebe Grüße
Veronika

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