Wie Yoga die Welt besser macht

Wie Yoga die Welt besser macht

Gastbeitrag von Fabian Merkle


Jeder macht Yoga aus unterschiedlichen Gründen: Der eine mag vielleicht einfach nur körperlich fit sein oder Rückenschmerzen loswerden, der andere möchte etwas gegen seinen Stress tun, entspannter und ausgeglichener sein – oder tatsächlich auch glücklicher und mit mehr Freude durchs Leben gehen. Mit der Zeit entwickelt man sich dann weiter und möchte das Ganze vielleicht nach innen wenden und auf eine spirituelle Reise gehen. Was hat dich dazu bewegt mit Yoga anzufangen?

Yoga für die Menschheit?

Wenn du diesen Blogeintrag liest, dann bist du wahrscheinlich schon ziemlich davon überzeugt, dass es enorm viele Vorteile für dich als Person bringt, wenn du Yoga praktizierst. Aber die Frage, die sich stellt und die ich heute erörtern möchte, ist: Hat denn Yoga eventuell nicht nur einen potentiellen Nutzen für die einzelne Person, sondern auch für die weitere Gemeinschaft oder sogar für die Welt als Ganzes?

Die spannende Frage ist also, ob Yoga die Welt zu einem besseren Platz machen kann. Ich habe mir dafür einmal überlegt, was denn eigentlich die großen Herausforderungen sind, denen wir heute als Weltgemeinschaft und als Menschen gegenüberstehen.

Die großen Probleme unserer Zeit

Ich habe dazu einen interessanten Bericht gefunden. Es ist ein Artikel von Galileo, der auf einer Studie vom Weltwirtschaftsforum basiert. Hier wurden insgesamt 26.000 Millenials, also Leute, die heute zwischen 18 und 35 Jahre alt sind, aus 180 Ländern befragt. Eine Frage, die gestellt wurde und die für uns besonders relevant ist, ist:

Was ist das größte Problem der Welt – insbesondere das größte Problem, das du in deinem eigenen Land wahrnimmst?

Die folgenden zehn Punkte wurden dabei als Antwort angegeben:

  • Platz 10: Fehlende Berufschancen oder Arbeitslosigkeit
  • Platz 9: Die Sicherstellung von Nahrungsmitteln und Wasserversorgung
  • Platz 8: Einschränkung der politischen Freiheit
  • Platz 7: Mangel an Bildung
  • Platz 6: Sicherheit und Wohlbefinden
  • Platz 5: Fehlende Transparenz und Korruption der Regierung
  • Platz 4: Armut
  • Platz 3: Religiöse Konflikte
  • Platz 2: Großräumige Konflikte und Kriege
  • Platz 1: Klimawandel und die Zerstörung unserer natürlichen Ressourcen. Dies wurde insgesamt von knapp über 45 % der 26.000 Studienteilnehmer als größtes Problem angeführt.

Ich finde es sehr spannend, wenn man sich diese Probleme einmal anschaut und überlegt, ob denn Yoga vielleicht sogar etwas dagegen tun kann. Ja, nun sind diese Herausforderungen natürlich enorm und natürlich auch sehr komplex und vielschichtig. Außerdem sind es globale Themen, die sich nicht auf ein Land beschränken.

Die Ursache erkennen, anstatt Symptome zu behandeln

Und diese Probleme anzugehen, ist eine enorme Herausforderung. Es handelt sich um Dinge, die mit Konflikten zu tun haben, sehr viele mit Ressourcenknappheit und wirtschaftlicher beziehungsweise politischer Instabilität.

Aber wenn man sich jetzt nicht nur die Symptome anschauen möchte, sondern wirklich tiefer geht und sich ehrlich und offen die Ursachen dieser Probleme anschaut, denke ich doch, dass man darin irgendwie erkennen kann, dass hinter vielen von diesen Problemen ein Machtstreben steht. Ob persönliches Machtstreben oder Machtstreben einer Nation: Geht man einen Schritt zurück, erkennt man, dass es im Kern oft darum geht, zu dominieren und politische, wirtschaftliche oder finanzielle Macht zu erlangen.

Auf der anderen Seite haben wir auch das Problem der Ressourcenknappheit. Das hängt eng damit zusammen, wie wir als Individuen jeden Tag leben – vor allem aber mit unserem Konsumverhalten. Ich denke, wir sollten uns dabei fragen: Konsumieren wir wirklich das, was wir brauchen, oder ist unser Konsum nicht um ein Vielfaches höher als das, was wir eigentlich wirklich bräuchten? Und wenn das so ist, warum strebt der Mensch nach so viel Macht und gibt sich einem so übermäßigen Konsum hin? Worin ist dieses nach außen gerichtete Streben nach Glück begründet?

Die Erkenntnis, dass materielle Erfüllung nicht von Dauer ist

Bevor ich auf Yoga gekommen bin, war auch ich ursprünglich auf einer ganz anderen Schiene. Ich habe bei einer Investmentgesellschaft gearbeitet, war quasi der absolute Kapitalist und habe mich einer Karriere hingegeben, bei der ich in der kürzesten Zeit am meisten Geld verdienen konnte. Mein Ziel war es, glücklich zu sein, indem ich mehr und mehr materielle Dinge anhäufe.

Ich bin dann irgendwann darauf gekommen, dass das für mich nicht zu funktionieren scheint, weil dieses Gefühl von Erfüllung, das auf materiellem Wohlstand beruht, immer nur sehr kurz angehalten hat. Ich bin dann auf Yoga gestoßen und habe gemerkt, dass es mir etwas gibt, was sehr viel nachhaltiger und sehr viel unabhängiger ist von dem, was um mich herum vorgeht.

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Ich bin dann nach Indien gegangen, wo ich drei Jahre lang in einem Ashram gelebt habe. Was mich dazu gebracht hat, war genau diese Erkenntnis, dass mich das materielle Streben eigentlich meinem Ziel, glücklich und erfüllt zu sein, nicht näher bringt. Und die Erfahrung, die ich dort gemacht habe, ist eben wirklich, dass man mit einem sehr geringen Niveau von materiellem Wohlstand ein sehr hohes Niveau an innerem Wohlstand, Wohlbefinden und Glücksempfinden erleben kann – solange natürlich die notwendigsten Bedürfnisse abgesichert sind.

Diese Erfahrungen haben mich dazu bewegt, diese inneren Techniken an andere Menschen weitergeben zu wollen, weshalb ich dann in Indien eine Ausbildung zum Yogalehrer gemacht habe und jetzt Yogakurse in Konstanz und Zürich unterrichte.

Zufriedenheit im Inneren suchen anstatt im Außen

Zurück zu unserer Frage, wie Yoga helfen kann, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Basierend auf meinen eigenen Erfahrungen bin ich davon überzeugt, dass all die genannten Probleme letztendlich darauf zurückzuführen sind, dass der Mensch eigentlich nur danach strebt, glücklich zu sein. Und er versucht es mit nach außen gerichteten Methoden, wie dem Anhäufen von materiellem Wohlstand, dem Versuch, Macht oder Dominanz über andere Menschen zu erlangen oder einem übermäßigem Konsum von Nahrung oder sonstigen materiellen Dingen.

Ich denke, dass genau diese Techniken wie Yoga oder Meditation, die einen eigentlich nach innen führen, der Schlüssel dazu sind, dieses Glücksgefühl zu finden und zur Quelle vorzugehen, anstatt quasi nur nach außen zu gehen und diese materiellen Auslöser als Hilfsmittel zu benutzen.

Durch Yoga das kollektive Bewusstsein stärken

Wir könnten also schlussendlich diese zehn Probleme enorm schnell bewältigen, wenn wir die Menschen dazu befähigen, sich nach innen zu wenden und ihnen Methoden an die Hand geben – wie eben Yoga und Meditation – mit denen sie diesen Weg selbst gehen können und quasi zu der Quelle vordringen können, wo eigentlich das Glück in uns entsteht. Wenn wir es nun schaffen, mehr und mehr Menschen in diese Richtung zu bewegen und zu befähigen, dann können wir als Yoga-Community einen enormen Beitrag leisten, um diese Probleme zu lösen.

Dadurch können wir direkt zur Ursache dieser Herausforderungen vordringen und damit die Welt so viel schöner und besser machen. So entsteht eine Welt mit Menschen, die durch Inklusivität geprägt ist statt durch Exklusivität, wo Menschen sich verbinden und sich nicht voneinander abgrenzen.

Denn vieles deutet darauf hin, dass wir Menschen im Prinzip alle eins sind und, dass durch Yoga und Meditation diese Verbundenheit wieder in unser Bewusstsein gerufen wird. So entsteht ein neues, kollektives Gefühl von Einheit – der Mensch denkt sehr viel inklusiver und handelt auch entsprechend mit mehr Mitgefühl nach außen. Der amerikanische Quantenphysiker und Bewusstseinsforscher John Hagelin erklärt diesen Zusammenhang auf eine sehr einleuchtende Art im folgenden Video:

In einer Projektstudie in Washington D.C. zeigte sich sogar, dass durch das Angebot regelmäßiger Gruppenmeditationen die Zahl der Gewaltverbrechen in der Stadt um 23,3 % zurückgingen.

Yoga und Meditation haben also nicht nur Vorteile für uns selbst als Individuum – wir können dadurch auch die Welt zu einem besseren Ort machen.

Mich würde interessieren was du zu dem Thema denkst und welche Erfahrungen du gemacht hast. Denkst du Yoga kann einen Beitrag leisten für eine bessere Welt und falls ja in welcher Form? Hinterlasse gerne ein Kommentar!

Vielen Dank, lieber Fabian für diesen interessanten Beitrag!
Namaste
Yogablog Ganzwunderbar

 

 

 

 

Fabian Merkle ist Yogalehrer, Blogger und Gründer von Soul of Yoga und unterrichtet Yogakurse in Konstanz und Zürich. Nach dem Studium der VWL begann Fabian seine Karriere als Investment Analyst bei einer Investmentgesellschaft in München. Nachdem er feststellte, dass materieller Wohlstand alleine nicht glücklich macht, beschloss er stärker in sein inneres Wohlbefinden zu investieren. Er begann eine Reise nach Südindien wo er insgesamt drei Jahre in einem Ashram lebte und die Techniken und Ursprünge des Yoga erkundete. Seit seiner Rückkehr nach Deutschland ist es seine Mission diese pure und ursprüngliche Form des Yoga mehr Menschen im deutschsprachigen Raum zugänglich zu machen und unterrichtet hierzu Yoga-Workshops in Konstanz und Zürich.

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