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Yoga und Wasser trinken: Was du wissen solltest

Yoga und Wasser trinken: Was du wissen solltest

Gastartikel von Axel Kuehnle von Mindmonia/Photo by Boxed Water Is Better on Unsplash

Kurz vor der Yogastunde noch ein Glas Wasser oder Kaffee trinken: Die Blase drückt und du denkst nur noch an das Ende der Yogastunde, um endlich deine Blase zu leeren. Von Schweißausbrüchen auf der Yogamatte geplagt, kannst du dich nicht mehr entspannen. Stressvolle Situationen, die wohl jeder Yogi schonmal durchstehen musste. In diesem Artikel gehen wir besonders auf das Thema Yoga und Wasser ein um mehr Achtsamkeit für das Thema zu erzeugen.

Yoga und Wasser trinken – passt das?

Soviel schonmal vorab:

  • Um fokussiert und ohne Durstgefühl die Yogastunde zu überstehen, solltest du mindestens die letzten 30 Minuten vor der Yogastunde nichts bis sehr wenig trinken.
  • Um mit einem leeren Magen in die Yogastunde zu starten, solltest du zwei bis drei Stunden vorher die letzte Mahlzeit zu dir nehmen (Tipp: Machst du Yoga sehr früh am morgen oder hast das Gefühl, dass du unbedingt etwas essen musst, ist eine Banane eine gute Alternative. Das hilft ebenso bei Unterzuckerung, falls du damit zu kämpfen hast).

Dieselbe Empfehlung gilt generell für körperlich-anstrengende Aktivitäten. Hältst du dich an diese beiden Faustregeln, bist du besser vorbereitet. Eine gute Vorbereitung ermöglicht dir, mehr aus deiner Yogasession herauszuholen und Stress abzubauen.

Wasser trinken pro Tag

Zuerst solltest du wissen, dass ein durchschnittliches Körpergewicht aus 60 Prozent Wasser besteht! Diese 60 Prozent Wasser werden von deinem Körper für verschiedenste Funktionen und Bereiche verwendet. Zum Beispiel um deine Körpertemperatur zu regulieren, für deine Zellen, Organe, Gewebe oder um Giftstoffe aus deinem Organismus abzutransportieren.

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Außerdem verliert dein Körper Wasser durch Schwitzen, Atmen und durch die Verdauung. Um zu rehydrieren ist es also wichtig, regelmäßig Wasser zu trinken. Die amerikanische National Academies of Sciences, Engineering, and Medicine (NASEM) empfiehlt eine allgemeine Wasseraufnahme von:

  • Ungefähr 3,6 Liter für Männer
  • Ungefähr 2,7 Liter für Frauen

Dazu ist zu sagen, dass du unterschiedliche Empfehlung in verschiedenen Quellen findest. Die NASEM ist jedoch eine sehr anerkannte Wissenschaftsakademie. Außerdem bedeuten die Zahlen nicht, dass du soviel trinken musst. 20 Prozent deiner täglichen Wasseraufnahme kommt nämlich aus deiner Ernährung. Viele gesunde Lebensmittel bestehen sogar zum größten Teil aus Wasser und sind somit nicht nur Energie- und Nährstofflieferant, sondern auch Wasserlieferant. Zum Beispiel:

  • Gurke: 97 Prozent Wassergehalt
  • Zucchini: 94 Prozent Wassergehalt
  • Kohl: 92 Prozent Wassergehalt
  • Wassermelone: 92 Prozent Wassergehalt
  • Erdbeere: 91 Prozent Wassergehalt
  • Pfirsich: 89 Prozent Wassergehalt 
  • Hüttenkäse 80 Prozent Wassergehalt

Durch die Berücksichtigung, der 20 Prozent Wasseraufnahme durch Lebensmittel, ergeben sich folgende Empfehlung für das Wasser trinken pro Tag:

  • Ungefähr 2,9 Liter für Männer
  • Ungefähr 2,2 Liter für Frauen

Siehe das als Faustformel, nach der du dich richten kannst, die du eventuell individuell für dich anpassen musst.

Vorteile von Yoga und Wasser trinken

Ausreichend Wasser trinken ist für viele von uns eine große Herausforderung. Beachte jedoch, dass mit der Wasserzufuhr viele handfeste Vorteile kommen. Hier ist eine Liste an Vorteilen von Wasser trinken, die besonders für deinen Yogaerfolg von Vorteil sind oder mit gängigen Yogazielen verbunden sind.

Wasser schmiert die Gelenke

Knorpel, der in Gelenken und Bandscheiben der Wirbelsäule vorkommt, enthält zum Großteil Wasser. Langfristige Dehydrierung kann die stoßdämpfende Wirkung der Gelenke verringern. Das wiederum führt zu Gelenkschmerzen. Wasser hilft somit Gelenke zu schmieren und zu polstern und unterstützt dich folglich beim Yoga.

Wasser verbessert die Sauerstoffversorgung des Blutes

Wasser transportiert unter anderem Sauerstoff im ganzen Körper. Das Erreichen der täglichen Wasseraufnahme verbessert diesen Kreislauf und wirkt sich positiv auf die allgemeine Gesundheit aus.

Wasser hilft beim Abnehmen

Wasser trinken hilft beim Abnehmen durch zwei Aspekte. Erstens hilft es Kalorien einzusparen, wenn du statt Süßgetränken und Säften zu Wasser greifst. Wasser hat nämlich keine Kalorien. Zweitens hilft es, da es deinen Magen mit Wasser ausfüllt und du somit kurzfristig dein Hungergefühl reduzierst.

Wasser reinigt den Körper

Wasser wird für verschiedenste Körperfunktionen verwendet. Dazu gehört auch das Schwitzen, sowie die Verdauung. Wasser hilft, Abfallprodukte auszuscheiden und hat deshalb einen reinigenden Effekt.

Wasser reguliert die Körpertemperatur

Genügend Wasser zuzuführen ist entscheidend, wenn du deine Körpertemperatur aufrecht erhalten möchtest. Dein Körper verliert Wasser durch Schweiß, besonders bei körperlicher Aktivität und in heißen Umgebungen. Schweiß hält deinen Körper kühl, weshalb das verlorene Wasser wieder “aufgefüllt” werden muss.

Wasser fördert eine gesunde Haut

Mit der Dehydrierung kann die Haut anfälliger für vorzeitige Faltenbildung und Hautkrankheiten werden. Das macht die Wasserzufuhr zu einem natürlichen und essentiellen Hilfsmittel für eine gesunde, straffe Haut.

Wasser hebt die Stimmung

Dehydrierung kann zu Müdigkeit und Verwirrung und sogar zu Angst führen. Bereits mit ein Verlust von ein bis drei Prozent Wasseranteil, kannst du Stimmungsschwankungen wahrnehmen: reduzierte Konzentration, erhöhte Kopfschmerzen und erhöhtes Müdigkeitsgefühl.

Yoga und Wasser trinken in der Yogastunde?

Die genannten Vorteile durch eine ausreichende Wasseraufnahme beziehen sich auf die gesamte und regelmäßige Einnahme über den Tag verteilt. Nimmst du über den Tag genügend Wasser auf und machst Yoga nicht direkt nach dem Aufstehen, solltest du normalerweise eine Yoga Session ohne extra Wasserzufuhr problemlos durchführen können.

Wir haben bereits die Empfehlung ausgesprochen, Wasser 30 Minuten vor körperlichen Aktivitäten möglichst zu vermeiden. Trinkst du ein paar kleine Schlucke während der Yogastunde, führt das aber nicht zu einem Leistungseinbruch und schwappendem Wasser in deinem Magen.

Wir möchten das Thema daher beidseitig betrachten. Das hilft dir, achtsamer gegenüber dem Thema zu werden und überlässt dir die finale Entscheidung.

Welche Punkte gegen Yoga und Wassser trinken sprechen

  • Du brichst die Energie des Prana Flows: kaltes Wasser kann dein inneres Feuer abkühlen, die der Prana Lehre nach deinen Körper entgiftet und deine Energie reinigt
  • Du wirst durch die Wasserpause abgelenkt und musst dich mental und körperlich wieder reinfinden
  • Du lenkst andere Yogaschüler durch Geräusche ab
  • Du stellst eventuell eine Gefahr für andere dar, wenn du deine Flasche anderen in den Weg stellst
  • Du trinkst zu viel, was dazu führt, dass dir Wasser im Magen herumschwappt, während du versuchst, schwierige Yogaposen durchzuführen
  • Du bist in einer Yogaklasse, in der Trinken während der Yogastunde nicht gerne gesehen wird

Welche Punkte für Yoga und Wasser trinken sprechen

  • Du wirst nicht mehr abgelenkt vom Durstgefühl sein und kannst dich besser auf’s Yoga fokussieren
  • Du fühlst dich während dem Yoga total dehydriert, weil du den ganzen Tag kaum etwas getrunken hast oder die Temperaturen sehr hoch sind
  • Du verlierst sehr viel Schweiß und willst deine Wasserreserven auffüllen
  • Du bist müde und unkonzentriert, durch eine geringe Wasserzufuhr in den Stunden vor dem Yoga
  • Du machst Yoga für dich selbst und lenkst somit keinen ab
  • Du gibst der Bedeutung des Prana Flows sowieso nur wenig oder keine Aufmerksamkeit

Fazit von Yoga und Wasser trinken

Ausreichend Wasser trinken (ungefähr 2.9 Liter für Männer und 2.2 Liter für Frauen) und wasserreiche Lebensmittel verzehren ist nicht nur für deine allgemeine Gesundheit wichtig. Tatsächlich gibt es zahlreiche Vorteile, die dich im Yoga weiterbringen und mit denen du vielleicht sogar dieselben Ziele erreichst, die du mit Yoga erreichen willst.

  • Geschmeidigere Gelenke
  • Sauerstoffversorgung des Blutes
  • Unterstützung beim Abnehmen
  • Reinigung des Körper
  • Regulierung der Körpertemperatur
  • Gesündere Haut
  • Bessere Stimmung

Stellst du die Frage nach dem Wasser trinken während dem Yoga, gibt es kein allgemeines Richtig oder Falsch. Beachte jedoch in jedem Fall:

  • Genügend Wasser trinken, verteilt auf den Tag
  • Wasser 30 Minuten vor der Yogastunde zu vermeiden
  • Während dem Yoga keine großen Mengen an Wasser zu trinken

Außerdem solltest du darauf achten, zwei bis drei Stunden vor dem Yoga keine großen Mahlzeiten zu essen. Lerne Achtsamkeit (Mindfulness) aufzubauen, für verschiedenste Bereiche in deinem Leben. Achtsamkeit wird dein Werkzeug sein, mit dem du dein Leben selbst bestimmen wirst. Besuche uns dafür auf mindmonia.com und erfahre mehr dazu.

Namasté

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1 comment

  1. Danke für diese ganzheitliche Auflistung!

    Ich denke das wichtigste ist das Individuelle. Nicht jede/r ist gleich und nicht jede Yogastunde ist gleich. Persönlich bemühe ich mich während der Stunde nichts zu trinken, um eben weder mich noch meine Mityogis abzulenken. Wenn ich unterrichte sowieso nicht – Vorbildfunktion und so.

    Wenn ich jedoch merke, dass es mir gar nicht gut tut und nicht nur mein Geist ist, der aus Gewohnheit nun nach einem Schluck Wasser verlangt, dann gebe ich dem auch nach. Die Unterscheidung ist jedoch nicht immer ganz so einfach und erfordert viel Achtsamkeit.

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