Muße tun – Gern gesehen oder verpöhnt?

Muße tun – Gern gesehen oder verpöhnt?

Tagtäglich hetzten wir durch unser Leben, zur Arbeit, zum Kindergarten, zur Schule oder wohin auch immer. Immer haben wir zu wenig Zeit. Aber wieso tut man sich das an? Sollten wir nicht alle etwas achtsamer mit unserer Zeit umgehen. Wir haben doch nur dieses einzige Leben. Achtsamer mit unserem Stress, wenn man das so sagen kann? Stress ist ja eigentlich nur in unseren Köpfen, unsere Wahrnehmung. Wir setzen uns meistens selber unter Stress bzw. unter Druck. Wir wollen alles perfekt machen, wollen alles an einem Tag erledigt wissen. Ganz nach dem Motto „Was du heute kannst besorgen, dass verschiebe nicht auf morgen“.

Verliere dich nicht selber

Aber wir sollten uns selber bei der ganzen Sache nicht aus den Augen verlieren. Klar können wir uns jeden Tag etliche Aufgaben aufbürgen und versuchen diese zu meistern. Aber was ist dabei, wenn wir einfach mal fünf gerade sein lassen und die Arbeit auf morgen verschieben? Wieso müssen wir uns so damit stressen, alles an einem Tag zu erledigen. Vor der Arbeit noch schnell den Einkauf erledigen, dann direkt zur Arbeit fahren, in der Mittagspause den Wagen saugen, wieder zur Arbeit alle Aufgaben für heute schaffen, nach der Arbeit zum Sport und dann noch die Wohnung saugen? Puhhh, hört sich echt stressig an, oder?

Perfektionimus ade

Vielleicht sollten wir uns alle angewöhnen, nicht immer versuchen perfekt zu sein. Denn auf Dauer, so denke ich, kann diese Hektik krank machen. Ich versuche jeden Tag auch so viel wie möglich zu schaffen, aber tue mir denoch was Gutes. Mache Sport oder Yoga, koche was leckeres und versuche einen Ausgleich zu meinem Job zu finden. Ich denke, nur so kann man den stressigen Alltag meistern, wenn wir uns bei dem Ganzen auch zwischendurch immer mal wieder was gutes tun. Unserer Gesundheit zur Liebe und auch natürlich unserem Umfeld. Es bringt am Ende gar nichts, wenn wir völlig gestresst und krank sind oder werden. Es muss alles in Balance stattfinden. Immer wieder Auszeiten in den Alltag einbauen. Einfach mal nichts tun.

Muße tun

Nichts tun im Sinne von Muße tun. „Muße tun“ tritt zum ersten mal in der Antike auf. Aristoteles meinte schon damals:

Wir arbeiten, um Muße zu haben…

Für die Denker der Antike war Muße tun ein Muss, um wieder zu kreativen Höchstleistungen zu finden. Das Gegenteil vom Sklaventum. Wobei es für die Mönche eins der sieben Hauplaster war und vermutlich ein Grund zum beichten bestand. Noch heute habe ich das Gefühl, dass die Gesellschaft immer noch nicht wirklich begriffen hat, wie gut „Muße tun“ für unsere Gesundheit ist. Wir werden jeden Tag unzähligen Reizen ausgesetzt, das Internet und die Social Media Kanälen tun einen groß Anteil dazu bei. Ständig sieht man Leute, die auf Ihr Handy schauen. Nur die ältere Generation, so habe ich das Gefühl, sitzt ohne Handy und kann einfach auch mal nichts tun und in der Gegend rumschauen. Ohne sich ablenken zu müssen. Wieso muss man sich ständig ablenken, wieso kann man sich nicht mehr mit sich alleine beschäftigen?

Muße tun mit quality time auf Reisen

Auch Auszeiten im Sinne von Reisen machen und weg fahren ist für mich Muße tun. Vielleicht sogar eine tolle Yogareise an den tollsten Orten auf der ganzen Welt. Bewusst den Alltag hinter sich lassen, neue Kulturen kennen lernen, Quality time verbringen und auch einfach mal nichts tun. Du hast selber die Wahl. Arbeitest du um zu Leben, oder lebst du um zu Arbeiten? Ich arbeite definitiv um zu Leben und mir soviele Dinge wie möglich leisten zu können. Vor allem um zu Reisen. Um die ganze Welt zu entdecken. Die eigene Seele wächst an neuen Kulturen und Menschen. Der Horizont wird im wahrsten Sinne des Wortes erweitert. Auf Reisen lernt man jeden Tag neue Dinge und entspannt ganz bewusst.

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Stress abbauen

Ich tue heute einfach mal nichts. Wann hast du das zum letzten Mal zu dir selbst gesagt. Bist du ein Mensch, der Dinge auch mal an die Seite legen kann? Viele Menschen können einfach nicht „nichts tun“. Sie müssen sich immer beschäftigen, Aufgaben erledigen. Viele haben auch vielleicht ein schlechtes Gewissen, wenn sie einfach nichts tun. Aber wieso ist das so in unserer Gesellschaft? Die Spanier legen jeden Mittag eine Siesta ein und ruhen sich aus. Das sogenannte Power Napping. Schlafforscher haben heraus gefunden, dass Menschen die ein Power Napping machen, die Konzentrations-, Leistungs- und Reaktionsfähigkeit erhöhen. Nichts tun kann somit den Geist beflügeln, wir laden unsere Batterien wieder auf, bauen Stress ab um frisch und erholt neue Aufgaben zu meistern. Ich finde, da sollte man überhaupt kein schlechtes Gewissen haben. Wieso setzen wir uns nur so extrem unter Druck? Nimm einfach mal den Druck und diesen verdammten Perfektionismus raus und geniesse einfach den Tag, wenn du die Möglichkeit dazu hast.

Ein interessantes Interview mit Sebastian Mauritz, Experte für gehirngerechtes arbeiten und gehirngerechtes kommunizieren findest du auf mymonk.de.

Muße tun mit Meditation und Yoga

Man glaubt, das man bei der Meditation gar nichts tut. Das stimmt so nicht wirklich. Wir sitzen zwar bewegungslos im Schneidersitz, aber unsere Gedanken versuchen sich immer wieder ihre Aufmerksamkeit zu erkämpfen. Man denkt immer an irgendetwas. Bei der Meditation ist es das Ziel, an gar nichts mehr zu denken. Die Höchste Form des Muße tuns. Völlig im Hier und Jetzt zu sein, den Augenblick so wahrzunehmen, wie er gerade ist, die Situation beobachten ohne eine Wertung abzugeben. Kommende Gedanken direkt beiseite zu schieben und sich wieder völlig auf sich selbst oder die Atmung konzentrieren.

Gisela Dischner beschäftigt sich seit mehr als 30 Jahren mit der Theorie des Müßiggangs. Also einer bewussten Tätigkeit zum Nichtstun, die Erholung im Vorderung hat. Sie hat zwei tolle Bücher geschrieben:

Wie tust du dir was Gutes? Schaffst du es, bewusst mal nichts zu tun? Ich freue mich auf deinen Kommentar.
Namaste
Unterschrift Melanie vom Yogablog Ganzwunderbar

 

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