Die Traditionen des Yogas auf Bali

Die Traditionen des Yogas auf Bali

Gastbeitrag von Michael Full


Heutzutage sind die religiösen Ursprünge von Yoga für die Menschen, die es praktizieren, vielleicht nicht so wichtig. Viele praktizieren jetzt Yoga, um gelenkig zu bleiben, in Form zu kommen und als Sport. Der Schwerpunkt ist auf körperlichen Wohlbefinden und Gesundheit, nicht auf den spirituellen Aspekten. Aber die Wurzeln des Yoga liegen in der Religion und es wissen nicht alle, wie wichtig Yoga als Meditationsform auf der ganzen Welt ist. Weitere Informationen über Yoga im allgemeinen bekommst du im Yogalesson.tv-Talk Was ist Yoga?.

Die Wurzeln des Yogas in Bali

Es ist allseits bekannt, dass die Ursprünge des Yogas aus dem alten Indien kommen. Yoga ist eine Praxis um geistige und körperliche Ruhe zu finden und ist unzertrennbar mit dem Hinduismus und dem Buddhismus verbunden. Indonesien ist ein muslimisches Land , aber die indonesische Insel Bali ist eine Ausnahme. Neunzig Prozent der Bevölkerung sind Hindus und zusammen mit der Hindu-Religion und Kultur, konnte Yoga auf dieser einmaligen, tropischen Insel aufblühen. Bali ist wirklich ein schöner Ort, um Yoga zu praktizieren. Wegen der hinduistischen Wurzeln sind im Laufe der Jahrhunderte viele Menschen hierher gereist und haben Yoga auf der ganzen Insel verbreitet. Ein Ort hat sich aber im Lauf der vielen Jahre als Zentrum der Yoga-Bewegung erwiesen und es kommen Yogis aus der ganzen Welt, um hier Zeit zu verbringen und mehr über Yoga zu lernen.

Ubud, das kulturelle Zentrum Balis

Schon in einer Saga aus dem achten Jahrhundert wird von dem javanesischen Priester Rsi Markendya, der am Ufer zweier sich vereinigenden Flüsse in Campuan/Ubud meditierte, erzählt. Hier wurde von ihm auch der Gunung Lebah Tempel gegründet, zu dem noch heute viele Pilger strömen. Ursprünglich machte sich Ubud einen Namen als wichtige Quelle für medizinische Kräuter und Pflanzen. Der Name Ubud stammt von dem balinesischen Wort „ubad“(medizin) ab.
Das kleine Bergdorf Ubud ist schon vor vielen Jahren ein Zentrum für Menschen geworden, die Yoga praktizieren wollten. Mit seinen vielen Reisterrassen, den weiten Ebenen, sanften Bächen und wehenden Palmen, zog es die ersten Yogis, die versuchten Yoga in Bali bekannt zu machen, sofort an. Die ruhige Umgebung war und ist perfekt um Yoga zu praktizieren und es gibt mittlerweile viele Yogastudios und Ashrams für Reisende und Touristen. Melanie hat in ihrem Artikel über Yoga in Bali für euch schon einige tolle Retreats entdeckt. Hier kommt ihr zu ihrem Artikel.

Spirituelle Seite des Yogas

Wenn die spirituelle Seite des Yoga dich bisher nur bedingt interessiert hat, dann wird das ein Aufenthalt in Ubud sicher ändern. In Ubud gibt es Medizinmänner, die in der Lage sind, die Kraft der heilenden Energien zu nutzen und Wellness-Tempel, die Massagen mit biologischen Ölen und Behandlungen mit Naturprodukten anbieten. Ubud zieht Künstler, Sprituelle und Yogalover an, Gallerien und Malereien gehören zu Strassenbild und es wurden schon viele gute Bücher in Ubudgeschrieben.

Das balinesische Verständnis von Yoga

Ich habe mich in den letzten Monaten mit einigen Einheimischen über Yoga unterhalten. Jeder kennt und schätzt hier Yoga, es ist nichts außergewöhnliches und in der Kultur verankert. Wenn man etwas mehr nachhakt, dann erfährt man schnell, das Yoga für Balinesen etwas anderes bedeutet, wie für uns in der westlichen Welt. Wir kennen Yoga mit seinen Asanas als körperliche Übungen und viele sehen vor ihrem inneren Auge sich dehnende Yogis in den unglaublichsten Posen, wenn sie an Yoga denken. Die Balinesen verstehen unter Yoga in erster Linie das praktizieren von Pranayama, dem Zusammenführen von Körper und Geist durch Atemübungen. Pranayama genießt ein hohes Ansehen und keiner zweifelt die Wichtigkeit der Atemübungen an.
Atemübungen sind bekannt für die Reduktion von Stress in all seinen Formen und werden oft angewendet um die Gedanken zur Ruhe zu bringen.

Auf Bali trifft man viele lachende Gesichter

Man gewinnt den Eindruck, das die Gedanken der Balinesen schon zur Ruhe gekommen sind. Wenn dann weiterhin die Atemübungen und Mediationen geübt werden, dann in Ritualen und dem höheren Ziel die Wahrheit in sich selbst zu finden und durch die erfahrene Wahrheit frei zu werden. Mantras, Opfergaben wie Blüten verschiedener Pflanzen, Öle, Reis, Tabak und Duftstäbchen, die in vielen Läden angeboten werden, gehören zu den Meditationstechniken dazu, um das Bewusstsein zu stimulieren und die Geister wohlgesonnen zu stimmen.

Meditationstechniken

In Indonesien entwickelte Meditationstechniken wie die Sonnensicht-Meditation oder die Meditation der Wassertaufe sind sehr spirituell, komplex und haben höhere Ziele wie zu Beispiel das komplette erlöschen des eigenen Egos und erreichen des Weltfriedens. Es gibt also noch eine ganze Menge zu erforschen. Bali ist ein Muss für jeden, der Urlaub und Yoga machen möchte. Die Balinesen nehmen ihre Religion, die auch Yoga beinhaltet, sehr ernst. Körperliches Wohlbefinden, spirituelle Erleuchtung und die ultimative Entspannung scheinen zusammen zu verschmelzen und machen Yoga zu dem, was es ist:

 Gut für deinen Körper und Geist.

Michael Full von Yogalesson.tv

Über den Autor:
Ein Sonnengruß am Strand und dann Wellenreiten im Meer: Michael Full, Produzent, Digitaler Nomade und Surfer, liebt seine Freiheit und die Suche nach der perfekten Welle. Auch die Yoga-Strömung hat ihn vor einigen Jahren mitgerissen. Das Online-Yogastudio Yogalesson.tv managed er aktuell von Bali/Indonesien, wo er derzeit mit seiner Freundin und seinem kleinen Sohn lebt.
Vielen Dank, Michael, für den Einblick in die Traditionen des Yogas auf Bali.
Namaste

Unterschrift Melanie vom Yogablog Ganzwunderbar

ANZEIGE

No Comments

Leave a reply.