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Heilfasten – Gewinn durch Verzicht

Heilfasten

Gastartikel von Katrin Bochynek von http://www.katrinbochynek-coaching.com
Coach für Achtsamkeit & Selbstfindung/Photo by Content Pixie on Unsplash

Wir leben in einer Welt der Überflutung. Verzicht ist ein Fremdwort geworden. Der Überfluss ist unser ständiger Begleiter und wir haben ihn als Selbstverständlichkeit angenommen. Ein ständiges Überangebot lässt uns abstumpfen und unsere Dankbarkeit weniger spüren. Vor mehr als 8 Jahren habe ich das Heilfasten entdeckt. Das komplette Gegenteil von dem was wir alsGesellschaft heute leben. Es ist der bewusste und freiwillige Verzicht auf Nahrung und sowohl eine körperliche als auch eine seelische Reinigung.

Heilfasten ist mehr als nur, nichts zu essen. Es beutet unseren Körper den Raum zu geben dem wir ihm im Alltag oft nehmen. Hinzuhören, wo wir sonst ignorieren und Heilung zuzulassen wo Krankheit herrscht.

Es ist die Möglichkeit wieder in eine tiefe Verbindung mit uns selbst zu kommen und Neues zuzulassen. Verzicht bedeutet den Körper und die Seele zur Ruhe kommen zu lassen. Aus Ruhe entsteht die Kraft der Klarheit. Klarheit bringt uns Freude und Zufriedenheit, lässt uns Entscheidungen treffen und neueIdeen finden.

Was genau ist Heilfasten?

Wir Menschen Fasten schon seit fast 4.000 Jahren. Oft aus religiösen Gründen. Das Heilfasten, so wie wir es heute kennen, entstand Anfang des 20. Jahrhunderts durch Dr. Otto Buchinger und Dr. Franz Mayr. Sie haben es in die Öffentlichkeit getragen und 1953 auch die erste Heilfastenklinik ins Leben gerufen. Heilfasten nach Buchinger ist eine sanftere Art des Fastens und somit für sehr viele Menschen umsetzbar. Sanfter darum, weil hier nicht nur Wasser getrunken wird, sondern zusätzlich Tees, Gemüsebrühe, etwas frisch gepressten Saft und 1-2 EL Honig am Tag erlaubt sind.

Heilfasten mit geringer Kalorienzufuhr

Wir erreichen somit eine Energiezufuhr von etwa 350-400 kcal. Es ist Also keine Nulldiät. Der Körper bekommt noch genug Mineralien und Vitamine zugeführt, was die sogenannten Fastenkrisen abmildert. Kopfschmerzen, Kreislaufprobleme oder Krankheitsbedingte Erstverschlimmerungen wie Schmerzen bei Rheuma, Blutzucker-Schwankungen bei Diabetes oder stärkerer Juckreiz bei Neurodermitis, überkommen einen weniger stark. Die geringe Zufuhr an Nährstoffen fängt die Symptomatiken gewissermaßen ab. Die Versorgung des Körpers ist also einerseits gesichert und dennoch kommen wir in den Genuss der positiven Fasteneffekte.

Vorbereitungen des Heilfasten

Eingeleitet, wird der Fastenprozess durch eine gute Vorbereitung. In der Regel beginnt man mit 1-3 Entlastungstagen. Hier nehmen wir kleine Portionen zu uns. Unverarbeitete und leicht verdauliche Nahrungsmittel kommen auf den Tisch. Da alle tierischen Produkte, Verarbeitetes, Zucker und Alkohol schwer verdaulich sind und den Körper eher belasten, anstatt zu unterstützen. Im Besten Fall isst man hier also vegan. Diese Entlastungstage dienen sowohl unserer mentalen Einstellung auf das Fasten als auch der körperlichen Vorbereitung. Der Übergang vom Essen zu Verzicht wird somit erleichtert.

Darmentleerung vor dem Heilfasten

Das Fasten selbst beginnt mit dem berühmten Glaubersalz um unseren Darm einmal komplett zu entleeren und in den Ruhemodus zu versetzen. Personen mit einem empfindlichen Darm, können auch auf sanftere Abführmaßnahmen zurückgreifen. Beispielsweise Sauerkraut- oder Pflaumensaft. Kompletter Kalorienverzicht für einen Zeitraum von mindestens 14 Stunden oder eine länger andauernde Reduzierung der Kalorien auf ein Minimum, wie es beim Heilfasten der Fall ist, regt die Autophagie an.

Authophagie beim Heilfasten

Dies ist wohl eines der wichtigsten Phänomene welches das Fasten in den Fokus der Wissenschaft gerückt hat. Autophagie bedeutet übersetzt: sich selbst aufessen. Beim Heilfasten passiert im Körper etwas unfassbar Faszinierendes. In den ersten 24 bis 48 Stunden leeren sich deine Glykogenspeicher der Leber. Ist dieser alle, so geht es an die Eiweiße in deinen Muskeln. Für jeden ambitionierten Sportler kann ich hier nur sagen: Nicht abschrecken lassen. Der Muskelabbau erfolgt nur maximal bis zum 4. Tag.

Leistungssteigerung beim Heilfasten

Dann wird die Energie größtenteils aus unseren Fettdepots gewonnen. Der Übergang erfolgt nicht abrupt, sondern fließend. Da man sich während des Fastens zusätzlich viel bewegen sollte, wird dem Muskelabbau zusätzlich entgegengewirkt. Viele Sportler berichten sogar während des Heilfastens von einer Leistungssteigerung. Dem kann ich mich nur anschließen. Ab dem 4. Tag wird alles leichter. Wir haben die erste Fastenkrise meist hinter uns, wir haben uns an den neuen Zustand gewöhnt und unser Stoffwechsel hat auf Autopilot umgeschaltet. Das heißt, er bekommt seine Energie nicht mehr vom Außen, sondern ernährt sich komplett selbst. Und hier kommt die Autophagie ins Spiel.

Fettzellenabbau beim Heilfasten

Mit jedem weiteren Fastentag werden mehr und mehr Fettzellen abgebaut. Wir verlieren hier nicht nur das Fett an sich, sondern auch das was in ihrem Inneren eingeschlossen war. Fett bindet nämlich unter anderem auch viele Stoffe im Körper, welche wir gerne als `Abfallstoffe` bezeichnen. Unter anderem auch Umweltgifte. Einerseits ist es gut, dass diese beim Fasten ausgeleitet werden können, setzt aber auch voraus, dass man seinen Körper in dieser Phase gut unterstützt und je nach körperlicher Voraussetzung, ärztlich begleiten lässt. Gesunde Menschen ohne Vorerkrankungen können problemlos ein bis zwei Wochen Fasten.

Viel trinken beim Heilfasten

Die Schadstoffausschwemmung sollte man durch verschiedene Maßnahmen unterstützen. Niere und Leber arbeiten bei Heilfasten auf Hochtouren. Hier helfen Brennesel- und basische Tee’s, Basenpulver und auch körperliche Anwendungen wie der berühmte Leberwickel. Mit der Umstellung des Körpers auf den inneren Stoffwechsel, werden unsere Selbstheilungskräfte aktiviert. Der Fokus liegt nun nicht mehr auf Nahrungsaufnahme und -verdauung sondern auf Reinigung. In Fastenzeiten hat unser Körper ca. 40% mehr Energie zur Verfügung, da diese durch die fehlende Verdauungsarbeit freigesetzt wird. Wir bemerken das oft an weniger Schlafbedarf und einer gleichmäßigeren Energieverteilung über den Tag hinweg.

Das Ende des Fastens

Irgendwann hat aber auch das Fasten ein Ende und wir müssen unseren Körper wieder langsam an das Essen heranführen. George Bernard Shaw sagte so schön:

Jeder Dumme kann Fasten aber das Fasten brechen kann nur ein Weiser.

George Bernard Shaw

Und damit hatte er vermutlich recht. Die Aufbautage gestalten so ähnlich wie die Entlastungstage. Sie schärfen unsere Sinne und unser Bewusstsein für Ernährung. Erst hier wird bewusst, wie wenig wir an Essen wirklich brauchen. Diese Zeit gibt uns die Möglichkeit alte Gewohnheiten zu hinterfragen, neues einzuführen und wieder zwischen wirklichen Hunger, emotionalem essen und Appetit unterscheiden zu können.

Wichtig!

Beim Fasten geht es nicht um höher, schneller, weiter. Viel mehr geht es darum, eine Verbindung zu sich selbst herzustellen. Wieder zu spüren wo die eigenen Grenzen liegen und ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, was mein Körper braucht oder mir mitteilen möchte um dann gezielt darauf eingehen zu können. Deswegen mach dich frei von sämtlichen Vorgaben, Richtlinien und Empfehlungen. Der Zeitpunkt wann dein Fasten zu Ende ist, bestimmt kein Buch oder Außenstehender, sondern alleine du. Dein Körper trifft immer die richtigen Entscheidungen. Vertrauen ihm.

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