Yoga bei ISG- und Ischiasbeschwerden

Yoga bei ISG- und Ischiasbeschwerden

Warum ISG- und Ischiasprobleme entstehen und wie sie mit Yoga gelindert werden können

Kommen in deine Yogakurse Menschen die unter undefinierbaren Schmerzen im unteren Rücken leiden? Meistens werden die Symptome im Kreuzbeinbereich lokalisiert und sie strahlen unter Umständen in Gesäß, die Hüfte oder bis in die Beine aus. Oft gehen diese Beschwerden vom ISG aus (Iliosakralgelenk), auch Kreuzbein-Darmbeingelenk genannt.

Wie ist das ISG aufgebaut?

Das Iliosakralgelenk ist die Verbindung zwischen dem Kreuzbein und den beiden Beckenschaufeln. Es verbindet jeweils eine Beckenschaufel mit dem Kreuzbein über sehr straffe Bänder.  Normalerweise sind hier kaum Bewegungen möglich. In den meisten Fällen leiden Frauen verstärkt unter ISG Beschwerden.

Welche Ursachen führen zu ISG Blockaden?

Durch Hormonumstellungen z. B. während der Pubertät oder in den Wechseljahren lockern sich die Bänder und eine Beckenschaufel kann sich verschieben. Auch in der Schwangerschaft werden die Bänder oft weicher, um die Geburt zu erleichtern. Das Gelenk kann dann eher blockieren. Oft lässt sich bei den betroffenen Personen eine Beckenverdrehung oder ein Beckenschiefstand erkennen. ISG Blockaden entstehen ebenfalls durch Beinlängendifferenzen, unterschiedlich ausgeprägte Muskeln an der Rückseite der Oberschenkel, Becken- oder Wirbelsäulentraumata.
Fehlhaltungen wie Sitzen mit übereinandergeschlagenen Beinen, Fehlbelastung der Beine beim Stehen, Tragen von Taschen und schweren Gegenständen auf nur einer Körperseite, Schlafen in der Seitlage können weitere Ursachen für ISG Blockaden sein.

Was passiert, wenn das ISG blockiert ist?

Eine Verdrehung des Beckens überlastet die eine Beckenseite. Die andere wird überdehnt und damit geschwächt. Weiterhin werden die Hüft-und Kniegelenke sowie die Wirbelsäule ungleich belastet. Das kann zu entsprechenden Symptomen führen, wie Wirbelsäulenskoliosen, Hüft- und Kniegelenksbeschwerden, Fußdeformationen u. v. m. Bei einem Beckenschiefstand wird ebenfalls eine Seite mehr belastet als die andere. Dadurch ist die Beckenstatik im Ungleichgewicht. Das wirkt sich gleichfalls ungünstig auf die unteren Extremitäten und die Wirbelsäule aus!

Warum wird der Ischias-Nerv gereizt?

In der Lendenwirbelsäule sowie im Kreuzbeinbereich verlaufen viele Nervenbündel, die durch die Muskeln des Beckens, des Gesäßes und der Beine ziehen. Durch ein blockiertes Iliosakralgelenk können Nerven des „Lumbalgeflechts“ komprimiert werden. Dies macht sich als sogenannte Ischias Beschwerden bemerkbar. Die Schmerzen können ins Gesäß, in die Rückseite des  Oberschenkels, in die Leistengegend, in die Wade bis zu den Zehen ausstrahlen, je nachdem in welchem Bereich der Nerv gereizt wird! Der Ischias Nerv ist der längste Nerv im menschlichen Nervensystem und kommt aus diesem Teil des Lumbalgeflechts. Wird die Blockade im ISG beseitigt, wird meistens auch der entsprechende Nerv befreit, wenn er nicht bereits entzündet ist, weil er zu lange gereizt wurde.

Welche Yoga-Asanas sind kontraproduktiv bei ISG-Blockade?

Alle asymmetrischen statischen Yoga- Haltungen können die Beschwerden verschlimmern.
Beispiele:
1. Nakrasana (Haltung des Krokodils):
Wenn die Drehung mit einem angewinkelten oder aufgestellten Bein durchgeführt wird, übt dies Druck auf die beiden Beckenhälften aus und kann die Schmerzen verstärken.
2. Gleichgewichtshaltungen (z. B. die Baumhaltung, Vrksasana) auf einem Bein und die klassischen Standpositionen (z. B. das gedrehte Dreieck, Utthita Trikonasana, oder Virabhadrasana) in denen ein Bein vorne, das andere hinten steht, wirken ungut auf das Iliosakralgelenk.
3. Ardha Matsyendrasana: der klassische Drehsitz, bei dem ein Bein über das andere gestellt wird, belastet das ISG.

 4. Durch extreme Vorbeugen kann ein ISG bzw. der Ischias Nerv ebenfalls gereizt werden. (z. B. Pashimottanasana) Bei akuten ISG Problemen sollte auf diese Haltungen verzichtet werden.
Was hilft um die Beschwerden zu lindern?
Wenn durch eine ISG Blockade der Ischias-Nerv gereizt ist, sollten sehr achtsam dynamische, mobilisierende Übungen für das Becken geübt werden, damit die Beckenschaufel wieder in die richtige Position zurückkehren kann und der Nerv befreit wird. Oft ist es hilfreich eine osteopathische oder chiropraktische Behandlung in Anspruch zu nehmen, in der das Becken gerichtet wird und die Blockade zunächst gelöst wird. Damit das ISG dann nicht ständig wieder blockiert, sind stabilisierende Übungen für die tiefe Becken- und Rückenmuskulatur wichtig, damit die
lockeren Bänder von den umgebenden Muskeln unterstützt werden und sich das ISG nicht so schnell wieder verschieben kann. Wenn Schmerzen im Gesäß lokalisiert werden, könnte der Ischias Nerv durch verspannte und verkürzte Hüft- und Po Muskulatur gereizt sein. Hier kann eine gezielte Dehnung auf Dauer Abhilfe schaffen.
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Welche hinderlichen Bewegungsmuster destabilisieren das ISG?

Viele betroffene Teilnehmer nehmen im Alltag oft ungute Fehlhaltungen ein, die bewirken, dass das ISG immer wieder destabilisiert wird. Diese hinderlichen Bewegungsmuster sollten als erstes verändert werden!
Auf folgendes sollten die Teilnehmer achten:
  • 1. Sitzen die Teilnehmer im Alltag oft mit überschlagenen Beinen? Das fördert eine Beckenverdrehung und belastet ein ISG.
  • 2. Stehen sie gewohnheitsmäßig auf einem Bein und das andere ist angebeugt? Hier wird ein Beckenschiefstand provoziert und ist schädlich für das ISG
  • 3. Schlafen sie nachts überwiegend auf einer Seite? Auch das kann auf Dauer eine Beckenverdrehung bewirken. Am besten ein kleines Kissen zwischen die Beine legen, damit das Becken in der Mitte bleiben kann.
  • 4. Tragen Sie ihre Einkaufs- oder Handtasche meist auf einer Seite? Dies wirkt einseitig belastend auf die Beckenseite und schadet dem ISG
  • 5. Sitzen sie eventuell verdreht am PC? Auch das wirkt sich ungünstig auf Wirbelsäule und ISG aus.
    Hierzu gibt es einen passenden Link: Yoga fürs Büro!

Wie wirkt sich Seele und Psyche auf das ISG aus?

Nach meiner eigenen Erfahrung entstehen ISG Blockaden und Ischias Beschwerden aufgrund von unerfüllten Bedürfnissen auf psychischer und seelischer Ebene. Im übertragenen Sinn „wackelt“ hier die Basis des Beckens! Oft ist der Hintergrund eine Veränderung der Lebenssituation, die den Betroffenen unbewusst „Angst einjagt“ und Sorgen macht. Beispiele: die Partnerschaft funktioniert nicht mehr und droht zu scheitern, ein Wohnungswechsel steht an, die Firma baut Stellen ab und der Job ist bedroht, eine Schwangerschaft macht Ängste, weil man nicht

weiß, ob man schon bereit ist für ein Kind oder fähig ist ein Kind zu erziehen. Vielleicht bedroht eine eigene Krankheit oder des Partners die finanzielle Sicherheit. Auch wenn Freundschaften zerbrechen oder Beziehungen sich verändern, weil das Gegenüber sich verändert, wirkt das bedrohlich! Diese Aufzählung ist nicht abschließend! Eine ISG Blockade entsteht oft wenn das Sicherheitsbedürfnis bedroht ist. Der Körper sucht sich den Weg, dem Menschen zu zeigen, wo er ausdem inneren Gleichgewicht geraten ist.

Warum entstehen Blockaden zuerst im Energiefeld?

Aus energetischer Sicht finden sich oft Blockaden in den drei unteren Chakras. Chakras sind psycho-energetische Energiezentren, die die universelle Energie für den Körper verfügbar macht. Emotionen und seelische Bedürfnisse wirken sich unmittelbar auf die Chakras aus!

Die Bedürfnisse nach Sicherheit, Stabilität, Geborgenheit, Kreativität, Sinnlichkeit, Lebensfreude und Genuss sowie Selbstwert und Selbstbewusstsein sind oft in unterschiedlichen Lebensbereichen unerfüllt. Aus diesen Gründen kann der Körper Symptome im Becken, ISG, Lendenwirbelsäule, Hüften und Beinen zeigen. Hilfreich ist, in allen Lebensbereichen zu schauen, welche Ursache der Blockade zugrunde liegt. Wenn hinderliche Gewohnheiten durch neue förderliche Muster ersetzt und die brachliegenden Bedürfnisse täglich erfüllt werden, dann löst sich sehr oft das Beschwerdebild auf! Am besten werden ISG Blockaden gelindert, wenn die neuen Muster möglichst im Alltag gelebt werden. Ergänzend dazu sollte möglichst täglich ein gezieltes Yoga-Übungsprogramm für den Körper geübt werden! Viel mehr wissenswerte Infos, gezielte Körperübungen rund um ISG und Ischias, tiefergehende Ursachenforschung, Erkennen und Auflösen der Blockaden im Energiefeld sowie umfassende Tipps zur Bedürfniserfüllung in allen Lebensbereichen erhalten betroffene Personen in meinem 9wöchigen Online-Kurs „ISG- und Ischias- Beschwerden Ade!“

Dieser Kurs packt die Beschwerden bei der Wurzel ihrer Ursachen und kann bereits in kurzer Zeit für Linderung sorgen!

Portrait:
Maria Dieste
Ausbilderin für Heil-Yoga®
Sie unterrichtet Yoga seit mehr als zwanzig Jahren. Sie ist Deutschlands führende Expertin in Heil-Yoga®. In Ihrer 2009 gegründeten „Akademie für Heil-Yoga®“ bietet sie Produkte, Fortbildungen und Ausbildungen an, für Yogalehrende und betroffene Menschen, die mehr Informationen zu Beschwerdebildern und Anleitung zur Selbsthilfe im Alltag, sowie Tipps
zur präventiven Gesunderhaltung bekommen möchten. Ihr Buch „Hüftarthrose – Vorbeugen und behandeln mit Heil-Yoga® ist 2014 im Via Nova Verlag erschienen. Im April 2016 veröffentlichte sie den ersten allumfassenden Online-Kurs zu ISG- und Ischias-Beschwerden. Ein Heil-Yoga® Kurs für mehr Stabilität und Wohlgefühl in 9 Wochen. Damit konnten schon viele betroffene Menschen Linderung erfahren! Ihr Anliegen ist es, die östliche Yogalehre und Philosophie an die individuellen Bedürfnisse des westlichen Menschen anzupassen, und zwar unter Berücksichtigung anatomischer, funktioneller und spiritueller Gesetzmäßigkeiten. Sie steht, lebt und arbeitet für ein neues, ganzheitliches Gesundheitsbewusstsein als Basis für Wohlbefinden und Erfüllung im Leben jedes Einzelnen. Mehr Details und Infos über ihr reichhaltiges Seminarangebot unter:

www.heil-yoga.de

Vielen lieben Dank, liebe Maria, für diesen ausführlichen und informativen Beitrag.
Namaste
Unterschrift Melanie vom Yogablog Ganzwunderbar

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